In einer mexikanischen Kleinstadt lebt Ana (als Kind: Ana Cristina Ordónez González, als Jugendliche: Marya Membreno) mit ihrer Mutter Rita (Mayra Batalla). Anas Vater ist längst fort; viele der Männer lassen ihre Familien in der Hoffnung auf ein besseres Leben in den USA zurück. Wie viele andere Mütter ist Rita auf sich allein gestellt. Nach der Arbeit auf den Schlafmohnfeldern trainiert sie ihre Tochter im Erkennen von gefährlichen Geräuschen, damit Ana die schwarzen SUVs der Drogenkartelle rechtzeitig hört. Im Ernstfall soll sich Ana in einem geheimen Erdloch hinter dem Haus verstecken. Außerdem haben die meisten Mädchen burschikose Frisuren, um die Gefahr einer Entführung und Versklavung zu verringern.
Gemeinsam mit ihren Freundinnen Paula und Maria streift Ana durch den Wald und jagt Schlangen. Als geheimen Treffpunkt nutzen sie ein verlassenes Haus. Dort verkleiden sie sich als Frauen. Gemeinsam haben sie sich ein Spiel ausgedacht, das sie stark verbindet und ihre Freundschaft festigt und prägt: gegenseitiges Gedankenlesen.
Doch die kindliche Unschuld währt nicht lang an diesem Ort, wo eine düstere Wolke der Gewalt über allem schwebt. In den folgenden Jahren nimmt die Bedrohung durch die Drogenkartelle zu. Die Mädchen sind jetzt in der Pubertät und damit bedrohter denn je. Eines Tages kehren die schwarzen SUVs zurück. Nicht alle Mädchen schaffen es rechtzeitig in ihre Verstecke. Die Dorfbewohner errichten Barrikaden und machen sich bereit zum Kampf. Feuer wütet in der Dunkelheit der Nacht.
„Noche de fuego“ basiert auf dem Roman „Gebete für die Vermissten“ (2015) von Jennifer Clement. Ohne dass die Drogenkartelle selbst eine große Rolle spielen, ist die Gefahr, die von ihnen ausgeht, jederzeit spürbar. Eine einfühlsame Studie eines von permanenter Angst geprägten Daseins, das aber immer wieder auch Momente überschwänglichen Glücks findet. Die ruhige Inszenierung von Tatiana Huezo bleibt nahe an den Figuren und vermittelt deren komplexe Gefühle mit sicherer Hand und stetiger Spannung. (O.m.d.U.) - Ab 16.