Die Gräfin Marie-Madeleine de La Fayette (1634-1693) verfasste mit „La Princesse de Clèves“ einen Roman mit großer Bedeutung für die französische Literatur. Die als erster französischer Historienroman geltende Vorlage wurde mehrfach verfilmt, unter anderem durch Jean Delannoy mit einem Drehbuch von Jean Cocteau 1961.
Delannoy und Cocteau kommt es dabei darauf an, das innere Drama der Hauptfigur (Marina Vlady) durch eine sehr gepflegte ästhetische Kühle spürbar zu machen: Die gebürtige Mademoiselle de Chartres hat 1559 in einer Vernunftheirat den bedeutend älteren Prinzen von Cleve (Jean Marais) zum Gatten genommen. Entschlossen, ihrem Mann die Treue zu halten, verliebt sie sich gleichwohl in den Herzog von Nemours (Jean-François Poron), der seinerseits in Liebe zu ihr entbrennt. Daraus entsteht aber keine Affäre, sondern eine innere Zerrissenheit der Edeldame, die in ihrer Not ihren Mann einweiht – und damit auch bei ihm widersprüchliche Emotionen auslöst. Diesen Kampf der Loyalitäten beschwört der Film in einer aufs Äußerste gepflegten historischen Atmosphäre herauf, wobei in den Dialogen immer wieder die Stärken des Poeten Cocteau aufflammen. – Ab 14.