Mit oder ohne Waffe in der Hand - Der Film „Bonhoeffer“ und die US-Rechte
Wie die US-amerikanische Rechte den Spielfilm „Bonhoeffer“ für ihre Zwecke vereinnahmt und den evangelischen Theologen zum Vorkämpfer gegen den Rechtsstaat und die liberale Gesellschaft umdeutet
Die christliche Rechte in den USA versucht, sich den
Theologen Dietrich Bonhoeffer kulturell anzueignen. Dafür wird sein Widerstand gegen
die Nazis ideologisch bewusst verdreht. In den Augen der MAGA-Populisten wird
Bonhoeffer zum Vorbild im Kampf gegen den liberalen Zeitgeist. Ungewollte Schützenhilfe
leistet ihnen dabei der Film „Bonhoeffer“, der ab Donnerstag, 13. März, auch in
den deutschen Kinos zu sehen ist.
Auf dem Werbeplakat der Angel Studios hält Dietrich Bonhoeffer eine Pistole in der Hand. Daneben stehen die reißerischen Worte:
„Pastor. Spy. Assassin“, was so viel heißt wie Pastor, Spion, Attentäter. Der US-amerikanische
Regisseur Todd Komarnicki ist über diesen Titel und die Werbekampagne für
seinen Film „Bonhoeffer“ gar nicht glücklich. Beides rückt den
evangelischen Theologen in den Dunstkreis christlicher Nationalisten in den
USA, die seit einiger Zeit versuchen, Bonhoeffer zu einem Kronzeugen gegen die
liberale Demokratie umzudeuten.