Diesen Sommer jährt sich die Verabschiedung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung zum 250. Mal. Die durch die Amerikanische Revolution erkämpfte Emanzipation der dreizehn nordamerikanischen Kolonien vom britischen Empire markiert die Geburt der USA. Trotzdem spielen Filme und Serien rund um die Abgrenzung von der „Alten Welt“ im Osten und die Unabhängigkeitserklärung der USA in der amerikanischen Populärkultur interessanterweise eine eher kleine Rolle, wenn man sie mit dem Gründungsmythos rund um die „Frontier“, die Landnahme nach Westen hin, vergleicht. Da passt es gut, dass sich anlässlich der 250-Jahr-Feier der wohl prominenteste TV-Geschichtslehrer der Nation des Themas angenommen hat: Dokumentarfilmer Ken Burns, der seit den 1980er-Jahren unermüdlich Filme und Serien zu unterschiedlichsten Facetten und Persönlichkeiten der US-Geschichte vorlegt, beleuchtet zusammen mit den Filmemachern Sarah Botstein und David Schmidt in der sechsteiligen Dokuserie „Die amerikanische Revolution“ ausführlich die Entwicklungen von den ersten Protesten der Kolonien und der „Boston Tea Party“ bis zum Sieg der von französischen Truppen unterstützten Armee der „Vereinigten Staaten“ unter George Washington bei Yorktown 1781. Zu sehen ist die Serie ab 20. Juni in der arte-Mediathek.
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Das Experiment „Demokratie“
Und auch Netflix hat aus Anlass der 250-Jahr-Feier ab 24. Juni einen Doku-Mehrteiler zur USA und ihren historischen Wurzeln im Programm: Dokumentarist Brian Knappenberger befasst sich in „The American Experiment“ mit der Entstehung und Entwicklung der US-Demokratie, wobei, so verspricht die Ankündigung, eine Bandbreite an Stimmen zu Wort kommt, die unter anderem ehemalige Vizepräsident:innen und Kabinettsmitglieder, Kongressabgeordnete, Historiker:innen, und „Vordenker:innen aus dem gesamten politischen Spektrum“ umfasst.
Einen eher unorthodoxen Blick auf die US-Historie gibt es dagegen ab 27. Juni bei HBO Max zu sehen: Die von Barack und Michelle Obama mitproduzierte Sketch-Serie „Leben, Larry und das Streben nach Unglück: Ein nervöser Blick auf die amerikanische Geschichte“ lässt Kult-Comedian Larry „Seinfeld“ David als granteligen Störenfried in ikonische Szenen aus der US-Historie hineinstolpern.
„The Bear“ geht in die fünfte und letzte Staffel
Auf Serienfans wartet im Juni außerdem noch das große Finale einer der besten Serien der letzten Jahre: Bei Disney+ geht „The Bear: King of the Kitchen“ am 26. Juni in seine fünfte und letzte Staffel. Nachdem kürzlich im Mai das „The Bear“-Special „Gary“ als Prequel in die Zeit vor der ersten Staffel zurückblickte, führt die neue Staffel nun die Saga rund um Carmen Berzatto (Jeremy Allen White) und das neueröffnete Restaurant The Bear weiter: Nachdem Carmen am Ende von Staffel 4 die Bombe platzen ließ, dass er sich aus dem Geschäft zurückziehen und neu orientieren will, wird es nun darum gehen, wie sich der Betrieb unter Jungköchin Sydney (Ayo Edebiri) weiterentwickelt – und ob Carmy wirklich den Absprung von dem Familiengeschäft schafft.

Ein vielversprechendes Remake gibt es derweil bei Apple TV+ zu entdecken: Am 5. Juni startet „Kap der Angst“, eine Serien-Neuverfilmung jenes Thriller-Stoffs, der in den frühen 1960er-Jahren unter dem Titel „Ein Köder für die Bestie“ adaptiert worden war und dann in den 1990er-Jahren von Martin Scorsese mit Robert De Niro noch einmal aufgegriffen wurde. Scorsese wirkt als Produzent nun auch an der Serie mit, in der Amy Adams und Patrick Wilson ein wohlhabendes Anwalts- und Ehepaar spielen, über dessen heiler Welt bedrohliche Wolken aufziehen, als ein berüchtigter Mörder, den sie einst hinter Gitter brachten, aus der Haft entlassen wird und nun auf Rache aus ist. Den Killer, den weiland De Niro verkörperte, spielt diesmal Javier Bardem, dem das Kino einige der eindrücklichsten Schurken-Figuren der letzten Dekaden verdankt („No Country for Old Men“, „Skyfall“).
David Tennant in einer Serie um einen Abhör-Skandal
Für Liebhaberinnen gepflegter Spannungsstoffe gibt es außerdem ab 12. Juni in der arte-Mediathek die britische Serie „The Hack“ zu entdecken, die aus der Feder von „Adolescence“-Autor Jack Thorne stammt. Stark besetzt unter anderem mit David Tennant, geht es in dem Politthriller-Stoff nach einem 2010 ruchbar gewordenen realen Fall um einen freiberuflichen Reporter für den „Guardian“, der 2008 in London einem anonymen Hinweis nachgeht und dabei auf einen weitreichenden Abhör-Skandal stößt: Die Sonntagszeitung „News of the World“ soll illegal massenweise Mobiltelefone und Mailboxen unter anderem von Politikern und Prominenten abhören und dabei mit Teilen der Polizei unter einer Decke stecken.
Serienneustarts im Überblick
Schon seit 28. Mai
Happy Valley (3 Staffeln; arte-Mediathek & ab 4.6. bei arte)
- Juni
The Terror: Devil in Silver (MagentaTV)
- Juni
Bring Me the Beauties (Doku-Mehrteiler; HBOMax)
WM 1994: Elf Helden - Ein Albtraum (Doku-Mehrteiler; ARD-Mediathek)
- Juni
Das Orchester (digital auf vielen Plattformen)
- Juni
Kap der Angst (Apple TV+)
- Juni
Dear England (ZDF-Mediathek & zdf_neo)
- Juni
Every Year After (Amazon Prime)
- Juni
Proud (HBO Max)
The Hack (arte-Mediathek)
- Juni
Harlan Coben’s Nur für Dein Leben (Netflix)
- Juni
John Sugar - Staffel 2 (Apple TV+)
Prisoner (ARD-Mediathek)
- Juni
The Agency - Staffel 2 (Paramount+)
- Juni
House of the Dragon - Staffel 3 (HBO Max/Sky/WOW)
- Juni
The American Experiment (Doku-Mehrteiler; Netflix)
- Juni
The Bear: King of the Kitchen - Staffel 5 (Finale)