Der Prozeß (1992)

Drama | Großbritannien 1992 | 120 Minuten

Regie: David Jones

Ein neuer Versuch, einen der größten Klassiker der modernen Literatur, Kafkas "Der Prozeß", für die Leinwand zu adaptieren, scheitert vor allem an der sklavischen Nähe des Drehbuchs zur Romanvorlage und einer uninspirierten Regie, die zwischen den Zeilen keine eigenen Bild-Visionen findet. Auch in der Darstellung der Hauptrolle nicht durchgehend überzeugend. Der Film entwickelt lediglich Qualitäten in seiner gediegenen Machart, die aber mehr einer einengenden Fernsehdramaturgie als der großen Kinoleinwand verpflichtet ist und sich nie ganz von ihrem bildungsbürgerlichen Touch befreit. - Ab 14 möglich.

Filmdaten

Originaltitel
THE TRIAL
Produktionsland
Großbritannien
Produktionsjahr
1992
Regie
David Jones
Buch
Harold Pinter
Kamera
Phil Meheux
Musik
Carl Davis
Schnitt
John Stothart
Darsteller
Kyle MacLachlan (Josef K.) · Anthony Hopkins (Priester) · Jason Robards (Advokat) · Juliet Stevenson (Fräulein Bürstner) · Polly Walker (Leni)
Länge
120 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14 möglich.
Genre
Drama | Literaturverfilmung

Diskussion
Entscheidet sich ein Produzent zur Verfilmung einer literarischen Vorlage, steht er vor der Wahl, einen Autor zu verpflichten, der sich so eng wie möglich an die Vorlage hält, oder den Stoff von einem Filmemacher adaptieren zu lassen, der auf der Grundlage des Vorgegebenen seine eigene Interpretation in den Mittelpunkt stellt. Von Kafkas "Prozeß" gibt es schon eine filmische Bearbeitung der "zweiten An" von Orson Welles (1962, fd 11 904), in der er die bedrohliche Atmosphäre von Kafkas Roman durch eine in Phantasmagorien schwelgende Kamera und Dekors in eine geradezu klaustrophobische Stimmung umschlagen läßt. Zudem setzte er mit Anthony Perkins einen Schauspieler ein, der bis in die Physiognomie hinein wie ein Abbild Kafkas wirkte. Der suggestiven Wirkung von Welles' Film kann man sich schwer entziehen, und so sind seine ausufernden Bildideen auch kaum aus dem Kopf zu kriegen, wenn man an den "Prozeß" denkt. Bei der Neu Verfilmung mußte deshalb ein neues Konzept gewählt werden. Die Verpflichtung eines der größten angelsächsischen Dramatiker, Harold Pinter, dessen

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