Black Box BRD

Dokumentarfilm | Deutschland 2000 | 102 Minuten

Regie: Andres Veiel

Dokumentarfilm, der sich zweier deutscher Leben annimmt: An dem im Prinzip unvereinbaren Beispiel zweier Opfer - einerseits der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, der 1989 einem Terroranschlag zum Opfer fiel, andererseits der mutmaßliche Terrorist Wolfgangs Grams, der 1993 bei einem Zugriff der GSG-9 in Bad Kleinen getötet wurde - werden deutsche Lebenswelten beleuchtet. Eine behutsame Annäherung, die Indizien, Spuren und Hinweise sammelt, ohne ein eindeutiges Bild zu liefern, und aufmerksam Befindlichkeiten beschreibt. Der Film zeichnet sich durch seine Aufmerksamkeit für biografische Konstellationen aus und ist über weite Strecken so spannend wie ein Krimi, ohne den Protagonisten ihre Geheimnisse zu nehmen. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2000
Regie
Andres Veiel
Buch
Andres Veiel
Kamera
Jörg Jeshel
Musik
Jan Tilman Schade
Schnitt
Katja Dringenberg
Länge
102 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Dokumentarfilm

Heimkino

Die Extras umfassen u.a. einen Audiokommentar des Regisseurs.

Verleih DVD
X Verleih (16:9, 1.66:1, DD2.0 dt.)
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Diskussion
Am 30.11.1989 fällt Alfred Herrhausen, Vorstandssprecher der Deutschen Bank, einem Bombenattentat zum Opfer. Einige Tage später trifft ein Bekennerschreiben der RAF ein. Die Täter konnten bis heute nicht ermittelt werden. Am 27.6.1993 stirbt Wolfgang Grams auf den Gleisen des Bahnhofs von Bad Kleinen im Rahmen eines Zugriffs der GSG 9. Todesursache: ein aufgesetzter Kopfschuss. Die genauen Todesumstände sind bis heute nicht geklärt. Eine Häufung von Ermittlungspannen und Vertuschungsversuchen der zuständigen Behörden führten seinerzeit zu den Rücktritten von Generalbundesanwalt von Stahl und Innenminister Kanther. Die Hintergründe beider Ereignisse, das offen Skandalöse – etwa die von Herrhausen vertretene Politik der Deutschen Bank während der 70er- und 80er-Jahre oder die Umstände des Todes von Grams – , werden in „Black Box BRD“ vorausgesetzt, höchstens am Rande thematisiert. Stattdessen versucht der Film, die beiden Biografien, die auf den ersten Blick so gar nichts miteinander zu tun haben, behutsam zu rekonstruieren. Da ist der alerte, dynamische Vertreter des Großkapitals, der nach

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