Suck My Dick

- | Deutschland 2000/01 | 82 Minuten

Regie: Oskar Roehler

Die erdachte Kunstfigur eines Bestseller-Autors entschlüpft den Gedanken ihres Schöpfers und macht sich selbstständig, um ihn in eine Reihe peinlicher Situationen zu verwickeln. Was als Sexualfarce über männliche Kastrations- und Verlustängste beginnt, weitet sich zur bitterbösen Gesellschaftssatire, die mit grellen Mitteln und einer mitunter hysterischen Grundstimmung eine Generalabrechnung mit den Zuständen in unserer Republik sucht. Hervorragende, bis zur Selbstaufgabe bereite Darsteller tragen die pointiert-widerborstige, durchaus schmerzhafte Satire, die insgesamt aber zwiespältig bleibt: Der permanente Einsatz von Überzeichnungen und vulgären Elementen trägt eher zur Abstumpfung als zur tieferen Auseinandersetzung mit Zeitströmungen bei.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2000/01
Regie
Oskar Roehler
Buch
Oskar Roehler
Musik
Martin Todsharow
Schnitt
Gergana Voigt
Darsteller
Edgar Selge (Dr. Jekyll) · Ralf Richter (Hyde) · Katja Flint (Jeanny) · Wolfgang Joop (Dorian) · Franziska Walser (Corinna)
Länge
82 Minuten
Kinostart
-
Fsk
-

Heimkino

Verleih DVD
Columbia TriStar Home
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Diskussion
Trotz seiner Platzierung in der „Spiegel“-Bestsellerliste hat Autor Jekyll ein Problem: Eben noch hat er in einem Interview lässig-souverän den Kollegen Michel Houellebecq dahingehend zitiert, dass zur Beschreibung von Individuen de facto einige numerische Parameter aus dem Bereich des Körperlichen hinreichen, da gerät Hyde, der Protagonist seines Romans „Dr. Dickhirn“ und sein Alter ego, außer Kontrolle. Jekyll weiß: Hyde ist sexbesessen und in der Midlife-Crisis – eine fatale Mischung. Wie befürchtet, bricht Hyde aus dem sorgenvollen Hirn Jekylls aus und entwendet ihm unter tätiger Mithilfe der „bezaubernden“ Jeanny folgerichtig zunächst seinen Penis, zudem Haupthaar und die vier vorderen Schneidezähne. Zutiefst verstört konsultiert Jekyll den Psychiater Dorian, der ihm jedoch, weil Psychiater und kein Unfallchirurg, nicht helfen kann und allenfalls Beistand oder Handreichungen zu geben vermag. In der Folge irrt Jekyll durch die Berliner Literaten- und Galerien-Szene und gerät von einer peinlichen Situation in die nächste. Höhe- und Schlusspunkt ist dabei ein furioser Auftritt als Kinski-Imitat im zünftigen Kombatdress, das sich zunächst in eigenwilligen Publikumsbeschimpfungen ergeht, um anschließend recht hilflos zu versuchen, eine propere BWL-Studentin mit transatlantischen Kunstmanagement-Ambitionen erst mit Geld, dann mit Gewalt zum Beischlaf zu „bewegen“. Jetzt, s

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