- | Deutschland 2011 | 109 Minuten

Regie: Helmut Dietl

Ein ehrgeiziger Chauffeur avanciert im Prominenten-Milieu der "Berliner Republik" zum Chefredakteur eines neuen Boulevard-Magazins, stößt auf politische Skandale und Intrigen wie die Geschlechtsumwandlung der Berliner Oberbürgermeisterin und den verheimlichten Tod des Bundeskanzlers, kann aber daraus kein Kapital schlagen, wird vielmehr vereinnahmt und zurechtgestutzt. Atemlos-hektische Satire zwischen Kabarett und deftigem Bauerntheater, die weniger subtil als eher derb das "Narrentreiben" im Land aufspießt, aber abgesehen von einigen darstellerischen und verbalen Glanzlichtern filmisch nie überzeugt und als eher zahn- und harmlose Nummernrevue daherkommt. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2011
Regie
Helmut Dietl
Buch
Helmut Dietl · Benjamin von Stuckrad-Barre
Kamera
Frank Griebe
Musik
Gerd Baumann
Schnitt
Alexander Dittner
Darsteller
Michael "Bully" Herbig (Zettl) · Ulrich Tukur (Urs Doucier) · Harald Schmidt (Conny Scheffler) · Senta Berger (Mona Mödlinger) · Dieter Hildebrandt (Herbie Fried)
Länge
109 Minuten
Kinostart
02.02.2012
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.

Heimkino

Die Extras umfassen u.a. ein ausführliches "Making of" (34 Min.) sowie ein Feature mit im Film nicht verwendeten Szenen (6 Min.).

Verleih DVD
Warner (16:9, 2.35:1, DD5.1 dt.)
Verleih Blu-ray
Warner (16:9, 2.35:1, dts-HDMA dt.)
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Diskussion
Zumindest was die grundlegenden Mechanismen angeht, hat sich für Helmut Dietl in den letzten Jahrzehnten in Deutschland nichts geändert. Vielleicht ist gerade dies die ernüchterndste, verzweifeltste und böseste Erkenntnis, die man über einen Staat, eine Gesellschaft und ihre Menschen treffen kann. Ob es die aufgeplustert-mondäne Münchner Schickeria in „Kir Royal“ (1986) war, die ebenso sensationsgierige wie skrupellose Presse in „Schtonk!“ (fd 29 455) oder die selbstverliebte Filmbranche in „Rossini“ (fd 32 348) – immer wieder registrierte Dietl ein hermetisches, eitles, um sich selbst kreisendes Weltgefüge als (Zerr-)Spiegel der „ganz großen Welt“, in der jeder lügt und betrügt – und zugleich betrogen sein will, nicht zuletzt, um von den eigenen Lügen abzulenken; eine Welt als stabiles, tragfähiges Netz für all jene, die deren Mechanismen beherrschen und all die ungeschriebenen Regeln anzuwenden verstehen. Das war vor 25 Jahren schon keine sonderlich neue Erkenntnis, folgte sie doch lediglich Bert Brechts alter Geschichte vom Herrn Keuner, der bei einem Wiedersehen von einem Mann, den er lange nicht gesehen hatte, mit den Worten begrüßt wurde: „Sie haben sich gar nicht verändert.“ Woraufh

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