Biopic | USA/Indien 2012 | 152 Minuten

Regie: Steven Spielberg

Kammerspielartig aufbereitetes Porträt des US-Präsidenten Abraham Lincoln (1809-1865), das auf einen konkreten politischen Vorgang fokussiert: auf Lincolns Versuch, im Jahr 1865 noch während des Sezessionskriegs den 13. Verfassungszusatz, der die formelle Abschaffung der Sklaverei vorsieht, im Kongress durchzubringen, wobei es gilt, sich geschickt taktierend mit Kontrahenten verschiedener politischer Lager auseinanderzusetzen. Mitunter entzieht sich der Film nicht ganz der Versuchung, an der Mythenbildung mitzuschreiben, über weite Strecken aber überzeugt er als präzise, vorzüglich gespielte Einlassung auf einen politischen Prozess um Rede- und Streitkultur, der durchaus auch auf heutige Zustände übertragbar ist. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
LINCOLN
Produktionsland
USA/Indien
Produktionsjahr
2012
Regie
Steven Spielberg
Buch
Tony Kushner
Kamera
Janusz Kaminski
Musik
John Williams
Schnitt
Michael Kahn
Darsteller
Daniel Day-Lewis (Abraham Lincoln) · Sally Field (Mary Todd Lincoln) · Tommy Lee Jones (Thaddeus Stevens) · David Strathairn (Willam Seward) · James Spader (W.N. Bilbo)
Länge
152 Minuten
Kinostart
24.01.2013
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Biopic | Historienfilm

Heimkino

Die Standardausgabe (DVD) enthält keine erwähnenswerten Extras. Die BD enthält indes einige interessante Kurzfeatures, darunter "Daniel Day-Lewis als Abraham Lincoln" (10 Min.), "Die Erzählweise des Films" (17 Min.) sowie ein "Making of" (27 Min.).

Verleih DVD
Fox (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt.)
Verleih Blu-ray
Fox (16:9, 2.35:1, dts-HDMA7.1 engl., dts dt.)
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Diskussion
Der Titel klingt monumental und statuarisch, großformatig und nach viel Gewicht. Das zur Ikone gewordene Konterfei des 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika wird aufgerufen, wie es sich etwa im Mount Rushmore National Memorial findet, in dem die kantigen Gesichtszüge Abraham Lincolns ihren idealen Ort – und ihr ideales Medium fanden: in Stein gemeißelt. Den Titelassoziationen zum Trotz ist Steven Spielbergs „Lincoln“ weder episches Historiendrama noch Biopic, sondern das Porträt eines Politikers innerhalb eines genau umrissenen, zeitlich begrenzten politischen Prozesses, in dessen Zentrum ein für die demokratische Geschichte der USA bedeutungsvoller Verfassungszusatz steht. „Lincoln“ konzentriert sich auf die vier Monate dauernden zähen Bemühungen des amerikanischen Präsidenten, im Jahr 1865 den 13. Verfassungszusatz, der die formelle Abschaffung der Sklaverei vorsieht, im Kongress durchzubringen. Widerstand findet sich nicht nur auf Seiten der Demokraten, aus deren Lager der Spottname „Abraham Africanus, der erste Diktator“ stammt, sondern auch in den eigenen Reihen; d

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