Animationsfilm | Schweiz 2018 | 90 Minuten

Regie: Anja Kofmel

Im Oktober 1991 zieht der junge Schweizer Journalist Christian Würtenberg in den Jugoslawienkrieg. Vier Monate später wird seine Leiche gefunden, erdrosselt mit dem eigenen Schal. Jahrzehnte später will seine Cousine als Filmemacherin die Motive hinter den Mord enträtseln, fördert dabei aber Dinge aus dem Leben des Kriegsberichterstatters zutage, die ihre sentimental grundierte Empathie in Frage stellen. In einer bestechenden Mischform aus Dokumentar- und Animationsfilm mit Interviews und albtraumhaften schwarz-weißen Tricksequenzen zeichnet der Film auch den Bewusstwerdungsprozess der Filmemacherin nach und rüttelt an zeitgeschichtlichen Urteilen. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
CHRIS THE SWISS
Produktionsland
Schweiz
Produktionsjahr
2018
Regie
Anja Kofmel
Buch
Anja Kofmel
Kamera
Guy Faessler
Musik
Marcel Vaid · André Bellmont
Schnitt
Stefan Kälin
Länge
90 Minuten
Kinostart
31.01.2019
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Animationsfilm | Dokumentarfilm
Diskussion

Die Schweizer Filmemacherin Anja Kofmel will die Motive hinter dem Tod ihres Cousins enträtseln, der 1991 im jugoslawischen Bürgerkrieg ermordet wurde. Dabei fördert sie Dinge zu Tage, die ihre Empathie in Frage stellen und zeitgenössische Urteile erschüttern.

Am 6. Oktober 1991 stieg der 27-jährige Schweizer Christian Würtenberg in einen Zug, der ihn aus seiner Heimat direkt ins jugoslawische Kriegsgebiet führte. Als Journalist wollte er von den Ungeheuerlichkeiten berichten, die direkt vor seiner Tür stattfanden. Drei Monate später fand man seine Leiche in der Nähe von Osjek, ein paar Kilometer hinter der Front. Würtenberg war erwürgt worden. Von den Mördern fehlte jede Spur.

Seine Cousine Anja Kofmel war damals zehn Jahre alt. Als junges Mädchen erfuhr sie, welch tiefe und bleibende Wunden der Tod von Chris ihrer Familie beibrachte. 2008 porträtierte sie ihn, der für sie wie eine Art verlorener großer Bruder war, in ihrem animierten Kurzfilm „Chrigi“. Die Trauerarbeit war damit aber noch nicht an ein Ende gekommen. In „Chris the Swiss“ n&a

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