Pumuckl und der blaue Klabauter

Kinderfilm | Deutschland 1991-93 | 87 Minuten

Regie: Alfred Deutsch

Die Erlebnisse des rothaarigen Kobolds auf einem Schiffsausflug die Donau hinunter. Pumuckl muß sich ohne seinen Menschenfreund, den Meister Eder, gegen die bösen Absichten des "Blauen Klabauters" behaupten, findet aber noch Zeit für die von ihm gewohnten Streiche. Zweiter Kinderspielfilm um die durch das Fernsehen populäre Zeichentrickfigur, die ihr Unwesen in der Realwelt der Menschen treibt. Recht betuliche und in der Geschichte oft simple, insgesamt aber vergnügliche Unterhaltung. - Ab 6.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
1991-93
Regie
Alfred Deutsch · Horst Schier
Buch
Horst Pillau
Kamera
Horst Schier
Musik
Fritz Muschler
Darsteller
Gustl Bayrhammer (Meister Eder) · Towje Kleiner (Odessi) · Enzi Fuchs (Frau Riedinger) · Heinz Eckner (Herr Bradtke) · Walo Lüönd (Kapitän)
Länge
87 Minuten
Kinostart
26.09.2019
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 6.
Genre
Kinderfilm | Animation

Heimkino

Verleih DVD
Warner (16:9, FF, DD2.0 dt.)
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Diskussion
Er ist wieder unterwegs, der Klabauter mit den roten Haaren, nach zahlreichen Hörfunksendungen und 52 Fernsehfolgen nun wieder im Kino, zum erstenmal seit "Meister Eder und sein Pumuckl" (1990, fd 23 434). Und zum letzten Mal zusammen mit Gustl Bayrhammer, dem Darsteller des gemütvoll grantelnden Eder, der im April 1993 starb. Der Schreinermeister spielt hier nur am Rande mit, der Pumuckl macht sich nämlich selbständig und geht als blinder Passagier auf große Donaudampfschiffahrt. Der "blaue Klabauter", der hinter der Einladung steckt, führt eigentlich Böses im Schilde - er will das Kommando über den rothaarigen Zunftgenossen übernehmen und ihm seine Menschenfreundlichkeit austreiben. Die Voraussetzung dafür - ein Bad in der Donau - ist allerdings bei dem wasserscheuen Pumuckl nicht so ohne weiteres geschaffen. Der unsichtbare Schiffskobold neckt lieber die anderen an Bord: den dicken Herrn Bradtke, der sich über alles und jedes beschwert, den Steward blendend, zumal nachdem er wieder mal kleben geblieben ist - auf einem Tortenteller im Kühlschrank - und, so will es das Klabautergesetz, sich einem Menschen zeigen muß. Der Galizier mit dem melancholischen Blick versucht, dem Pumuckl im Kochtopf das Schwimmen beizubringen, er hat immer ein offenes Ohr für ihn, er rettet ihn sogar aus dem Wasser der Donau - nur gegen das Heimweh hat er kein Rezept. So ist der Pumuckl ganz froh, als zwei Nachbarskinder aus München an Bord auftauchen und ihn zum einsamen Meister Eder zurückbringen.

"Hurra, hurra!" - für kleine Kinder ist der Anfang der 60er Jahre von Ellis Kaut zum Medienleben erweckte Pumuckl mit der fröhlichen Krähstimme seit Jahren ein Star. Seine kleinen Streiche öffnen, ohne daß sie allzu wehtun, so manchem Menschen die Augen über die eigenen Schwächen. Gleichwohl plustert sich die Trickfigur nie zum Moralapostel auf, oft genug neckt und foppt sie nur aus Spaß an der Freud', womit sie auch auf diesem Schiffsausflug für einige Erheiterung sorgt. Das allein füllt allerdings noch keinen 90-Minuten-Film. Drehbuch-Routinier Horst Pillau hat es sich beim Schreiben einigermaßen leichtgemacht, viele Figuren werden eingeführt, ohne jemals mehr Tiefenschärfe zu bekommen. Die Regie hat es gerne betulich, so daß dem Film etwas von dem Flair angestaubter deutscher Lustspiele anhaftet, ein Eindruck, der durch die farbenfrohe frühherbstliche Flußlandschaft und die Besetzung mit mehr oder minder vertrauten Darstellern noch verstärkt wird. Fuchs, Eckner, Völz, Wolfgang Fierek, Volker Prechtel - der Pumuckl rief, und alle, alle kamen. Ein filmisches "Who is Who" deutscher Kleindarstellerei, in das die Animation der Kobolde technisch einwandfrei eingearbeitet ist. Um so schludriger wurde der Ton nachbehandelt, viele Sätze kommen absolut nicht synchron über die Lippen. Das gilt leider auch im Falle des sichtlich vom Alter gezeichneten Gustl Bayrhammer, dessen Originalstimme nicht verwendet werden konnte - "aus technischen Gründen".
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