Drama | Frankreich/Israel/Deutschland 2018 | 124 Minuten

Regie: Nadav Lapid

Ein junger Israeli will seiner Herkunft entkommen und emigriert nach Paris, wo er durch das Erlernen der französischen Sprache einen radikalen Neuanfang erhofft. In seinem Assimilierungsdrang will er seine Vergangenheit wie ein Kostüm abstreifen, fixiert sich dabei aber mehr auf Äußerlichkeiten und Rollen als auf Beziehungen und Gefühle. Der kluge, trotz einiger Längen fesselnde Film über Migration und Identität verzettelt sich bisweilen zwar im Episodischen, findet für den autobiografisch grundierten Stoff aber einen leichten, „französischen“ Tonfall, der weniger das Tragische bedient als vielmehr an einen zeitgenössischen Schelmenroman denken lässt. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
SYNONYMES
Produktionsland
Frankreich/Israel/Deutschland
Produktionsjahr
2018
Regie
Nadav Lapid
Buch
Nadav Lapid · Haïm Lapid
Kamera
Shai Goldman
Schnitt
Era Lapid · François Gédigier · Neta Braun
Darsteller
Tom Mercier (Yoav) · Quentin Dolmaire (Emile) · Louise Chevillotte (Caroline) · Jonathan Boudina (Aurélien) · Gaël Raes (Hugo)
Länge
124 Minuten
Kinostart
05.09.2019
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Drama

Ein junger Israeli will seiner Herkunft entkommen und emigriert nach Paris, wo er durch das Erlernen der französischen Sprache einen radikalen Neuanfang erhofft.

Diskussion

Arc de Triomphe, Eiffelturm, Notre Dame? Wer aus dem Ausland nach Paris kommt, kann sich vor Sehenswürdigkeiten kaum retten. Frankophile Filme von „Ein Amerikaner in Paris“ bis „Before Sunset“ spiegeln die Anziehungskraft der französischen Metropole. In „Synonymes“ von Nadav Lapid ist davon weit und breit nichts zu sehen. Der Protagonist Yoav läuft mit gesenktem Blick durch die Stadt. Der junge Israeli ist nicht als Tourist an die Seine gekommen. Er will waschechter Franzose werden, ohne Umwege, schnell und radikal.

Yoav will seine israelische Herkunft vergessen, geradezu eliminieren. Ein verzweifeltes Projekt, wie schon die Anfangsszene zeigt: Yoav, frisch angereist aus einem Land, das nur milde Winter kennt, landet nachts in einer unmöblierten Pariser Wohnung und stolpert durch kalte Flure. Aus dem Hahn der Badewanne fließt immerhin warmes Wasser, doch als Yoav aus der Wanne steigt, sind seine Habseligkeiten verschwunden.

Spaghetti & französische Vokabeln

Vor dem Erfrieren wird der junge Israeli durch ein französisches Paar gerettet, das in einer Nachbarwohnung lebt. Sowohl auf Caroline wie auf ihren Freund Émile scheint Yoav eine sta

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