Komödie | Großbritannien 2016-2019 | 145 (Staffel 2) Minuten

Regie: Harry Bradbeer

Eine Sitcom-Serie von und mit Phoebe Waller-Bridge um eine chaotische junge Londonerin, die nach dem Tod ihrer besten Freundin in eine Krise stürzt und versucht, mit sich, dem Großstadt-Leben, den Männern, dem Sex, der Familie etc. irgendwie zu Rande zu kommen. Ein ebenso witziges wie bissiges, tragikomisch aufbereitetes Porträt einer Thirtysomething-Frau im Kampf mit Rollenbildern und eigenen Ansprüchen, in dem sich die Heldin immer wieder direkt ans Publikum wendet und es zum Komplizen macht. Staffel 2, die um die sich anbahnende Liebesgeschichte der Titelfigur mit einem Priester kreist, ist nicht mehr ganz so schwarzhumorig-abgründig wie Staffel 1, aber nach wie vor sehr vergnüglich. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
FLEABAG
Produktionsland
Großbritannien
Produktionsjahr
2016-2019
Regie
Harry Bradbeer · Tim Kirkby
Buch
Phoebe Waller-Bridge
Kamera
Tony Miller · Laurie Rose
Musik
Isobel Waller-Bridge
Schnitt
Gary Dollner · Paul Machliss
Darsteller
Phoebe Waller-Bridge (Fleabag) · Sian Clifford (Claire) · Olivia Colman (Stiefmutter) · Bill Paterson (Vater) · Jenny Rainsford (Boo)
Länge
145 (Staffel 2) Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12 (Staffel 2)
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Komödie | Serie

Diskussion

Statt darüber zu reden, was das Besondere der Serie „Fleabag“ sei, kann man einfach die ersten zwei Minuten von Staffel 1, Folge 2 anschauen. Da sitzt die Hauptfigur Fleabag (Phoebe Waller-Bridge) in der vollen Londoner U-Bahn, und im Rhythmus eines lauten Musikstücks auf der Tonspur fallen ihre Mitfahrenden immer wieder für Sekundenbruchteile aus ihrer normal teilnahmslosen Haltung heraus: Sie krümmen sich, sie verzerren ihre Gesichter als würden sie schreien, toben, Schmerzen leiden. Alle gleichzeitig, alle tonlos. Der Anblick ist beunruhigend, aber Fleabag scheint die Einzige zu sein, die das Spektakel wahrnimmt – außer uns, den Zuschauern. Irgendwann dreht sie uns dann den Kopf zu und sagt: „Ich krieg meine Tage, glaub ich“. Das ist der Moment, in dem man entweder umschaltet zu Serien mit vernünftiger Handlung, oder sich für den gesamten Rest der Staffel an den Fernseher schmiegt.

Männer und Sex, aus einer gnadenlos unromantischen weiblichen Perspektive

Die direkte Ansprache, das Durchbrechen der 4. Wand, wird sich durch die ganze Serie ziehen – wie es Kevin Spacey bei „House of Cards“ vorgemacht hat. Phoebe Waller-Bridge stellt als Fleabag damit eine Komplizenschaft mit ihrer Figur her; man teilt nicht nur, was sie sieht, sondern auch ihre geheimen Gedanken dazu. Diese Verschwörung klappt in der ersten Staffel bestens. Insbesondere dann, wenn ein Mann gerade im Bett auf ihr herumturnt, ist man sofort vergnügt auf ihrer Seite, sobald sie den Blick zur Kamera wendet, um halblaut zu erklären, was Männer so bewegt beim Sex – und Frauen offensichtlich nicht.

Männer und Sex gehören zum ständigen Zeitvertreib von Fleabag, was für eine Frau von circa 30 Jah

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