So wie du mich willst

Drama | Frankreich/Belgien 2019 | 101 Minuten

Regie: Safy Nebbou

Eine Literaturdozentin, die kürzlich von ihrem Mann verlassen wurde, befreundet sich als vorgeblich halb so alte Frau online mit einem jungen Fotografen. Bald führen sie einen regen Gedankenaustausch im Chat und am Telefon, doch bleibt das Versteckspiel nicht ohne psychische Auswirkungen auf die Frau, die sich immer mehr in der Internetbeziehung verliert. Kühl inszenierter Thriller über eine dem digitalen Zeitalter eigene Form der Obsession, der die Welt der sozialen Medien mit Blick auf die Furcht vor Einsamkeit durchaus ambivalent zeichnet. Der in der Hauptrolle furios interpretierte Film geht in seinen Wendungen und Figuren nicht völlig auf, spielt aber ein faires Spiel mit dem Zuschauer. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
CELLE QUE VOUS CROYEZ
Produktionsland
Frankreich/Belgien
Produktionsjahr
2019
Regie
Safy Nebbou
Buch
Safy Nebbou · Julie Peyr
Kamera
Gilles Porte
Musik
Ibrahim Maalouf
Schnitt
Stéphane Pereira
Darsteller
Juliette Binoche (Claire Millaud) · François Civil (Alex) · Nicole Garcia (Catherine Bormans) · Marie-Ange Casta (Katia) · Guillaume Gouix (Ludovic Dalaux)
Länge
101 Minuten
Kinostart
08.08.2019
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Drama | Literaturverfilmung
Diskussion

Kühl inszenierter Thriller über eine Literaturdozentin, die sich ein junges Alter Ego erfindet, um sich online mit einem Fotografen zu befreunden, und zunehmend in die Untiefen der Internetbeziehung gerät.

Die digitale Welt gebiert seltsame neue Gefühlsvariationen. An einem bestimmten Punkt merkt Claire Millaud, wie körperlich abhängig sie von einem kleinen grünen Licht geworden ist: Das Zeichen, dass ihr Chatpartner online gegangen ist, sorgt gleichzeitig für ihre Beruhigung und setzt Erregungsmechanismen frei; ein Ausbleiben dagegen beschwört Ängste und beklemmende Zustände herauf, dass ihr falsches Spiel bei dieser Internetbeziehung aufgeflogen sein könnte. In ihrem Facebook-Profil hat sich die Professorin in den Fünfzigern halb so alt gemacht wie in Wirklichkeit und sich mit dem mehr als zwanzig Jahre jüngeren Fotografen Alex vernetzt. Für die scheinbar junge Bewunderin seiner Arbeit war es von der ersten Nachricht zur Dauer-Schriftkommunikation nur ein kleiner Schritt.

Claire empfindet endlich wieder Glück, nachdem die Trennung von ihrem Mann nach zwanzig Ehejahren sie niedergerissen hat, doch hat die Lügenexistenz ihren Preis: Von der Sucht nach ihrem Onlinefreund und dem Versteckspiel vor ihrer Umwelt auch psychisch angegriffen, erscheint sie bei der Psychiaterin Catherine Bormans, ohne freilich Schuldgefühle wegen ihres Verhalten zu verraten. L

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