Drama | Deutschland 2019 | 98 Minuten

Regie: Jan-Ole Gerster

Eine frühpensionierte Beamtin erwacht am Morgen ihres 60. Geburtstages und lässt sich in einer Mischung aus Schwermut und sarkastischem Humor durch den Tag treiben. Sie hebt all ihr Geld ab, kauft ein Galakleid und die Restkarten eines Konzertes, bei dem ihr Sohn als Pianist am Abend eine eigene Komposition vorstellen will. Nicht alle Geheimnisse der kühlen Protagonistin und ihres zwischen Tristesse und Lebensmüdigkeit schwankenden Daseins werden dabei gelüftet. Der außergewöhnliche Film über Kunst, Familie und Einsamkeit handelt als kluge Selbstkritik des Bildungsbürgertums von Disziplin, Gewalt und Selbstverletzung. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2019
Regie
Jan-Ole Gerster
Buch
Blaž Kutin
Kamera
Frank Griebe
Musik
Arash Safaian
Schnitt
Isabel Meier
Darsteller
Corinna Harfouch (Lara) · Tom Schilling (Viktor) · André Jung (Herr Czerny) · Volkmar Kleinert (Prof. Reinhoffer) · Rainer Bock (Viktors Vater)
Länge
98 Minuten
Kinostart
07.11.2019
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Drama

Heimkino

Verleih DVD
StudioCanal
Verleih Blu-ray
StudioCanal
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Außergewöhnliches Drama um eine frühpensionierte Beamtin, die sich an ihrem 60. Geburtstag im Berliner Hansaviertel in einer Mischung aus kühler Gelöstheit und Lebensüberdruss durch den Tag treiben lässt.

Diskussion

Es ist kein Morgen wie jeder andere für Lara. Das zeigen die ersten Bilder, lange bevor man weiß, dass sie heute Geburtstag hat. In aller Frühe liegt sie wach im Bett; ihr Blick scheint leer und traurig, vielleicht deprimiert; man spürt, dass es keinen richtigen Grund gibt, aufzustehen. Es überrascht deshalb nicht, als sie, nachdem sie sich doch mit schweren Bewegungen erhoben hat, zum Fenster geht, auf einen Stuhl steigt und mit dem Gedanken zu spielen scheint, sich hinunterzustürzen.

Ob sie es getan hätte? Das liegt im Auge des Betrachters und dem Bild, das man von dieser Frau erst noch entwickeln muss, der Antwort auf die Frage, wie sehr hier Tristesse und Lebensmüdigkeit zu überwiegen scheinen, und ob nicht doch eher alles ein Test ist, ein abwägendes, souveränes Spiel, das eine ältere Frau nicht zum ersten Mal mit sich selbst, dem Leben und ihrem Überdruss daran spielt: kühl, sarkastisch, am Rande des Zynismus.

Zur Entscheidung kommt es gar nicht, denn vorher klingelt es an der Wohnungstür. Dies ist der erste einer ganzen Reihe von Momenten in „Lara“, die unter anderem auch ein guter Witz sind.

Vielleicht nur ein bitterer Scherz

Der zweite Spielfilm von Jan-Ole Gerster knüpft insofern an seinen Erstling „Oh Boy“ an, als auch „Lara“ eine oft perfekte Balance zwischen Schwermut und Humor hält, Heiterkeit und Melancholie vermischt, und man sich als Zuschauer fragt, wie sehr sich die Titelheldin manchmal einen bitteren Spaß aus ihrem Leben macht. Zumindest umspie

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