Jumanji: The Next Level

Abenteuer | USA 2019 | 124 Minuten

Regie: Jake Kasdan

Fortsetzung eines Fantasy-Abenteuerfilms um eine Handvoll US-Amerikaner, die es auf magische Weise erneut in das Videospiel „Jumanji“ verschlägt, wo sie sich in fiktiven Gestalten lebensgefährlichen Herausforderungen stellen müssen, wenn sie den Weg zurück in die Realität finden wollen. Das rasante Achterbahn-Kino spielt erneut mit Körperbildern und Gender-Klischees, wirkt im Vergleich zum Vorgänger aber weniger überraschend und innovativ, sondern eher kühl kalkuliert. - Ab 12.

Filmdaten

Originaltitel
JUMANJI: THE NEXT LEVEL
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2019
Regie
Jake Kasdan
Buch
Jake Kasdan · Jeff Pinkner · Scott Rosenberg
Kamera
Gyula Pados
Musik
Henry Jackman
Schnitt
Steve Edwards · Mark Helfrich
Darsteller
Karen Gillan (Ruby Roundhouse) · Dwayne Johnson (Dr. Smolder Bravestone) · Madison Iseman (Bethany Walker) · Danny DeVito (Eddie Gilpin) · Jack Black (Professor Sheldon "Shelly" Oberon)
Länge
124 Minuten
Kinostart
12.12.2019
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 12.
Genre
Abenteuer | Action | Fantasy | Komödie

Fortsetzung des Fantasy-Abenteuers um ein magisch-verschlingendes Videospiel, in dem sich ein halbes Dutzend Amerikaner gegen einen Barbaren bewähren müssen.

Diskussion

Ein halbes Dutzend Menschen wird aus den spießigen Lebenswelten einer US-amerikanischen Vorstadt in ein Videospiel verschlagen, wo es verschiedene Aufgaben lösen muss, bevor die Freiheit und die Rückkehr ins eigentliche Leben winken. Vor zwei Jahren wurde „Jumanji: Willkommen im Dschungel“, ein Aufguss von Joe Johnstons Fantasy-Abenteuerfilm „Jumanji“ (1995), zum echten Überraschungshit.

„Jumanji: The Next Level“ knüpft unter der Regie von Jake Kasdan einigermaßen direkt an den Vorgängerfilm an. Die Spielhandlung setzt ein Jahr später ein. Der studierende Nerd Spencer, seine Kurzzeitflamme Martha, die geläuterte Cheerleaderin Bethany und die Sportkanone Fridge landen erneut in Gestalt unpassender Avatare auf dem fiktiven tropischen Eiland Jumanji, das von fern an die Heimatinsel von King Kong (aus Ernest B. Schoedsacks/Merian C. Coopers Film von 1933) und Steven Spielbergs „Jurassic Park“ erinnert. Begleitet werden sie von Spencers Großvater und dessen Freund im Rentenalter, die nun im Kunstkörper noch einmal einen dritten Frühling erleben, was den Schauspielern Danny Glover und Danny DeVito unscheinbare Nebenauftritte beschert. In den Hauptrollen bleibt Dwayne ,The Rock‘ Johnson (als „Dr. Smolder Bravestone“) im Rahmen seiner üblichen Auftritte als Actionheld, während Karen Gillan als „Ruby Roundhouse“ die zweite Hauptrolle spielt.

Ein Hauch von „Game of Thrones“

Nach dem etwas bemühtem Anfang bekommen die sechs die Aufgabe, wieder ein kostbares Juwel – diesmal orange statt grün – an seinen Ursprungsort zurückzubringen. Schuld an dessen Verschwinden trägt Jürgen the Brutal, der eine Barbarenhorde kommandiert, in einer winterlichen Burg haust und auch sonst wie eine Figur wirkt, die „Game of Thrones“ entstiegen sein könnte – ein reizvoller Einfall, aus dem der Film aber kaum Funken schlägt.

Bald darauf landen die Protagonisten in einer Wüste, aus der sie mittels zweiter Geländewagen im Stil der Rallye Paris-Dakar entfliehen. Nach weiteren Stationen und dem Verlust mehrerer Leben – jeder Spieler hat drei davon – landen sie auf der Burg des brutalen Anführers und stellen sich der finalen Aufgabe, was vorauszusehen war, schließlich ist auch in „Jumanji“ der Weg das Ziel.

Allerding ist der Weg hier ziemlich lang und eintönig. „Jumanji: The Next Level“ ist kein schlechter Abenteuerfilm, aber auch nicht richtig gut. Denn alles erscheint wie eine typische Fortsetzung, ein bisschen unkonzentrierter und recht beflissen, dafür aber mit deutlich mehr Geld produziert. Das Hauptproblem des Films liegt jenseits der Wiedererkennungsfreude darin, dass man alles schon irgendwo mal gesehen hat; den Machern ist offenbar nichts eingefallen, um dem Vorhandenen etwas Neues hinzuzufügen. Es wird einfach wiederaufgeführt.

Das Altmodisch-Charmante wird zum Kalkül

So erscheint das, was beim ersten Mal überraschendes und in seiner Bescheidenheit im Vergleich zur megalomanischen Superhelden-Fantasy charmant-altmodisches Kino war, nun wie kühles Kalkül. Es gibt zwar immer noch lustige Momente, doch man spürt zugleich die Furcht, nichts zu vergessen oder etwas falsch zu machen.

Die tollsten Szenen sind eine Flucht über eine kilometertiefe Schlucht per rotierender Seilbrücken, zwischen denen hin und her gesprungen werden muss. Dabei werden die Protagonisten von mehreren Dutzend aggressiver Paviane verfolgt. Hier stellt sich kein Déjà-vu ein. Ein weiterer möglicher Höhepunkt wird verschenkt, in dem der Showdown am Ende viel zu schnell vorbei ist und der Schurke nie Zeit bekommt, seine Bosheit auszuspielen.

Wenn am Ende dann gleich zwei Cliffhanger eine weitere Fortsetzung in Aussicht stellen, verbindet man dies mit der Hoffnung, dass die Macher sich doch wieder auf die Ursprünge des Kinos besinnen mögen: auf den Jahrmarkt.

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