Drama | Deutschland/Frankreich 2020 | 89 Minuten

Regie: Christian Petzold

Die Stadthistorikerin Undine wird von ihrem Freund verlassen. Der Mythos will, dass sie den Mann, der sie verrät, tötet und danach ins Wasser zurückkehrt. Doch anders als die Sagenfigur entscheidet sich die Protagonistin für eine neue Liebe. Der Film modernisiert in der Nachfolge von Ingeborg Bachmanns Erzählung „Undine geht“ den alten Mythos der Wasserfrau und rückt eine moderne Halbweltfigur ins Zentrum. Er erzählt auch mit Blick auf die Berliner Stadtgeschichte vom Ausstieg einer Frau aus der Wiederholungsschleife und verbindet auf anrührende Weise romantisches Märchen, Unterwasserabenteuerfilm und Gegenwartsrealismus. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
UNDINE
Produktionsland
Deutschland/Frankreich
Produktionsjahr
2020
Regie
Christian Petzold
Buch
Christian Petzold
Kamera
Hans Fromm
Schnitt
Bettina Böhler
Darsteller
Paula Beer (Undine) · Franz Rogowski (Christoph) · Maryam Zaree (Monika) · Jacob Matschenz (Johannes) · Anne Ratte-Polle (Anna)
Länge
89 Minuten
Kinostart
02.07.2020
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Drama | Liebesfilm

Heimkino

Verleih DVD
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Verleih Blu-ray
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Liebesdrama um eine Berliner Stadthistorikerin, das den Mythos der verlassenen Wasserfrau durchbricht und in ein spielerischeres Verhältnis überführt.

Diskussion

„... wenn ich eines Tages freikam aus der Liebe, mußte ich zurück ins Wasser gehen, in dieses Element, in dem niemand sich ein Nest baut, sich ein Dach aufzieht über Balken, sich bedeckt mit einer Plane. Nirgendwo sein, nirgendwo bleiben. Tauchen, ruhen, sich ohne Kraft bewegen – und eines Tages sich besinnen, wieder auftauchen ...“, so schreibt Ingeborg Bachmann in ihrer Erzählung „Undine geht“, in der sie den Mythos der Wasserfrau vom Kopf auf die Füße stellt und eine weibliche Stimme gegen den Fluch der Wiederholung aufbegehren lässt.

Auch die von ihrem Freund verratene Undine Wibeau in Christian Petzolds „Undine“ ist dem Wasser zugetan. Aus einem Aquarium, das kurz darauf explodiert, ruft es nach ihr. Ein Wasserhahn läuft wie von Geisterhand aufgedreht. Sie verliebt sich in einen Industrietaucher, mit dem sie durch einen Stausee taucht, als habe sie der Unterwasserwelt schon immer angehört. Auch die türkisfarbenen Vorhänge in ihrer Wohnung verweisen aufs Wasser - aber auf die Farbe von OP-Kleidung - ; gegen Ende des Films führt sie ein „Auftrag“ zu einem Swimmingpool.

Ein aquarischer Film

„Undine“ ist zu großen Teilen ein aquatischer Film, der sich immer wieder unter die Wasseroberfläche begibt, hinab ins milchig, gräulich-grüne Reich eines Stausees an der Wupper, zwischen

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