Das Versprechen (1994)

Drama | Deutschland/Frankreich 1994 | 115 Minuten

Regie: Margarethe von Trotta

Bei einem Fluchtversuch im Herbst 1961 bleibt ein junger Mann im Osten Berlins zurück, während die Frau, die er liebt, den Westen der Stadt erreicht. In den folgenden 28 Jahren sehen sich die Liebenden nur wenige Male. Beim Fall der Mauer im November 1989 sind sie eigentlich nur noch durch ihre Erinnerungen miteinander verbunden. Ein eindringlich gespieltes "politisches Melodram", das das Scheitern einer Liebe mit einer zeitgeschichtlichen Bestandsaufnahme des geteilten Deutschlands verbindet. In einigen Szenen übertrieben konstruiert und gelegentlich vereinfachend in seinen griffigen Geschichtsbildern, beeindruckt der Film insgesamt durch sein Bemühen, über die Gefühle der Menschen zu vermitteln, wie sehr sich politische und private Ereignisse durchdringen. (Kinotipp der katholischen Filmkritik) - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
LES ANNEES DU MUR
Produktionsland
Deutschland/Frankreich
Produktionsjahr
1994
Regie
Margarethe von Trotta
Buch
Peter Schneider · Margarethe von Trotta
Kamera
Franz Rath
Musik
Jürgen Knieper
Schnitt
Suzanne Baron
Darsteller
Corinna Harfouch (Sophie) · Meret Becker (Sophie als junge Frau) · August Zirner (Konrad) · Anian Zollner (Konrad als junger Mann) · Jean-Yves Gautier (Gerard)
Länge
115 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Drama

Diskussion
Dokumentarische Bilder als Erinnerungshilfe: Protagonisten des ideologischen Ost-West-Konflikts der 50er und frühen 60er Jahre tauchen auf, Politiker wie John F. Kennedy, Nikita Chruschtschow, Walter Ulbricht und Willy Brandt, dazu Szenen vom Bau der Mauer durch Berlin, schließlich der Trauer der getrennten Menschen. Zunächst Fluchtversuche, dann nur noch Blicke "nach drüben", winken. Eine dieser winkenden Hände hält ein weißes Taschentuch, man sieht es ganz nah, das Winken wird verlangsamt, schließlich zum Standfoto eingeschweißt. Man kommt an eine Schnittstelle, an der das vorgeblich Authentische endgültig in die Fiktion einer Geschichte hinüberlappt: einer Liebesgeschichte, die an der deutsch-deutschen Wirklichkeit scheitern wird. Ihr Hintergrund, so heißt es ganz zu Beginn des Films, sei eines "der merkwürdigsten Experimente der Geschichte", bei dem bald nur noch die Mauer die Illusion aufrechterhalten würde, "daß nur eine Mauer die Deutschen trennte".

Im Herbst 1961 wollen vier junge Ost-Berliner durch die Kanalisation in den Westen der Stadt fliehen, unter ihnen Konrad und Sophie, die sich lieben. Doch kurz bevor Konrad als letzter der Flüchtlinge den Kanaldeckel erreicht, stolpert er, zögert und muß sich vor einem Patrouillen-Fahrzeug verbergen. Die entscheidende Sekunde ist vertan, und später weiß man nicht mehr, ob es ein unglücklicher Zufall oder ein intuitives Zurückschrecken Konrads war, der den Westen nun nicht mehr erreichen wird. Bis zum Fall der Mauer fast 30 Jahre später werden er und Sophie sich nur noch viermal sehen. Während Sophie bei ihrer reichen Tante unterkommt, bügelt Konrads Vater vehement

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