Die inneren Geister

Donnerstag, 12.07.2018

Ein Interview zum Kinostart von „Auf der Suche nach Ingmar Bergman“ und dem 100. Geburtstag des schwedischen Meisterregisseurs

Diskussion

Anlässlich des 100. Geburtstags von Ingmar Bergman wurde Margarethe von Trotta vom Schwedischen Filminstitut gebeten, eine filmische Reflexion zur „Persona Bergman“ zu realisieren. Für ihren ersten Dokumentarfilm „Auf der Suche nach Ingmar Bergman“ (Kinostart am 12.07.2018) hat sich die deutsche Autorenfilmerin in sehr persönlicher Weise auf die Spuren des schwedischen Regie-Giganten (1918-2007) begeben. Dafür hat sie ehemalige Schauspieler, zeitgenössische Regisseure wie Ruben Östlund oder Olivier Assayas sowie künstlerische Mitarbeiter aus Bergmans Münchner Exilzeit interviewt. Ein Gespräch über persönliche Albträume, den janusköpfigen Charakter Bergmans und seine Bedeutung für die Kunst der Kinematografie im 21. Jahrhundert.


„Sehen, sich erinnern, verstehen: Alles hängt davon ab, wo du stehst“, schreibt die norwegische Schriftstellerin Linn Ullmann zu Beginn ihres Romans „Die Unruhigen“über ihre berühmten Eltern Ingmar Bergman und Liv Ullmann. Wo steht ein Regie-Gigant wie Ingmar Bergman, den viele als den größten Autorenfilmer aller Zeiten bezeichnen? Und welche Bedeutung hat sein künstlerisches Oeuvre für Sie als Filmemacherin?

Von Trotta: Naja, dass er der allergrößte sei, ist natürlich immer so eine Sache. Und zugleich eine Zuschreibung, die ich eigentlich nicht besonders mag. Andere sagen, dass Kurosawa der größere sei oder Tarkowski...

…den Bergman wiederum als den „größten“ Filmemacher überhaupt bezeichnet hat.

Von Trotta: Ich würde in jedem Fall sagen, dass er einer der Größten war. Selbst so eine Formulierung ist natürlich immer überspitzt.

Oder war es am Ende doch Fellini? Oder Buñuel? Bergman hatte die Filme beider Regisseure in seiner Filmsammlung auf Farö stehen.

Von Trotta: Ja, das stimmt. Mit Fellini wollte er sogar einen Film drehen. Aber es klappte überhaupt nicht zwischen den beiden. Bergman war bei einem Treffen in Rom, wie immer, der erste. Er war sehr gut vorbereitet, und vor allem pünktlich! Das war Fellini nie. Eine gewisse Unpünktlichkeit gehört in Italien einfach dazu, das habe ich in meiner Zeit dort schnell gelernt. Bergman hat sich ein Leben lang nichts aus solchen Titeln gemacht. Im Gegenteil: Das war ihm persönlich sehr unangenehm!

Immerhin bekam er 1997 von Regisseuren wie Wim Wenders, Francis Ford Coppola oder Akira Kurosawa beim 50. Filmfestival in Cannes die „Palme der Palmen“ verliehen: eine bis dato einmalige Auszeichnung, die sofort als „Ehrenpreis für den größten Regisseur aller Zeiten“ deklariert wurde.

Von Trotta: Dennoch reiste Bergman nicht persönlich an die Croisette, sondern schickte, wie so oft zuvor, einige seiner Schauspieler wie Liv Ullmann oder Harriet Andersson, um den Preis abzuholen. Das Cannes-Festival gab sich viel Mühe, ihn zu einem Besuch zu überreden. Aber er hat das abgelehnt, genauso wie den Juryvorsitz in Cannes oder Venedig, die ihm ebenfalls mehrmals angeboten wurden. Das war typisch für ihn.

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