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Jud Süß 2.0

Mittwoch, 19.01.2022

Doku über die visuellen Wurzeln des neuen Antisemitismus - bis 17.1.2023 in der arte-Mediathek

Diskussion

Der Antisemitismus feiert in Deutschland und in ganz Europa derzeit fröhliche Urstände – nicht zuletzt im Internet: In Chats und auf Video- und Social-Media-Plattformen kursieren millionenfach judenfeindliche Inhalte; im Zuge der Corona-Pandemie, durch die Verschwörungstheorien im Allgemeinen einen Auftrieb erfahren haben, ist auch der Netz-Antisemitismus im Besonderen weiter auf dem Vormarsch. Und spätestens seit dem versuchten Anschlag auf die Synagoge von Halle im Jahr 2019 ist klar, dass der Hass, der im digitalen Raum genährt und geteilt wird, durchaus auch in reale Gewalt umschlägt. Die Feindbilder, um die es dabei geht, haben dabei oft wenig mit der Lebensrealität von Jüdinnen und Juden zu tun, sondern zehren von alten Stereotypen – auch aus der Bildpropaganda der NS-Zeit.

Die Dokumentation von Felix Moeller geht diesen visuellen Wurzeln des neuen Antisemitismus in der westlichen Welt nach. „Wirken Klischees, Stereotype und Narrative von NS-Filmen wie ‚Jud Süß‘, ‚Die Rothschilds‘ oder ‚Der ewige Jude‘ bis ins Heute hinein? Wo finden sich Kontinuitäten der Filmsprache dieser bis heute nicht freigegebenen NS-Propagandawerke zu Inhalten auf rechten Plattformen oder in Wahlkampagnen rechtsextremer Politiker?“: Das sind die Fragen, denen der Film mit Hilfe von Extremismus-Forscher:innen, Historiker:innen und Online-Aktivist.innen nachgeht. Ein ebenso erhellender wie verstörender Einblick: „Ein Film wie ‚Jud Süß“ ist ein Mordaufruf, der leider Aktualität besitzt“, wie es an einer Stelle im Film heißt. - Ab 14.


Hier geht es zum Film in der arte Mediathek

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