Am Beispiel zweier Schwestern, von denen eine (Kirsten Dunst) melancholisch-depressiv, die andere (Charlotte Gainsbourg) sehr pragmatisch ist, entwirft der Regisseur Lars von Trier einen Abgesang auf die bürgerliche Welt, an dessen Ende der Weltuntergang durch einen auf der Erde aufschlagenden Himmelskörper steht.
Der Film erzählt mit kunstvoller Reduktion anhand einer missglückenden Hochzeitsfeier von existenzieller Leere und Verzweiflung und beschwört einen kosmologischen Blick, unter dem die Menschen ganz klein werden. Darin erinnert „Melancholia“ an Terrence Malicks fast zeitgleich entstandenen Film „Tree of Life“, zumal von Trier auch musikalisch auf (wagnerianisches) Opernpathos setzt.
„Melancholia“ lässt allerdings keine Hoffnung auf Transzendenz oder Erlösung zu, was nicht heißt, dass der Film frei von Zärtlichkeit wäre. Gerade die Figur der depressiven Frau, die sich als Alter Ego des Regisseurs anbietet, lässt im Zusammenspiel mit ihrer Schwester eine Gemeinschaft erleben, die neben der kunstsinnig verrätselten Reflexion über den Tod auch die Unausweichlichkeit von menschlicher Zuneigung und Mitgefühl umfasst. – Sehenswert ab 16.