Bei einem Fototermin verliebt sich Anfang der 1970er-Jahre der 15-jährige High-School-Schüler Gary (Cooper Hoffman) in die Mittzwanzigerin Alana (Alana Haim). Die lässt ihn mehrfach abblitzen, lässt sich dann aber doch auf eine Art Beziehung. Der Altersunterschied hält diese keineswegs auf, verkompliziert sie aber auf wahnwitzige Weise zu einer platonischen Liebesgeschichte. Gary hangelt sich als begnadeter Opportunist mit jugendlicher Naivität vom Schauspieldasein zum Wasserbettenverkäufer und schließlich – als die Ölkrise das vorige Geschäftsmodell vorerst auf Eis legt – zum Umzugsunternehmer. Alana fährt ihn durch die Gegend, belehrt ihn, unterstützt ihn, schließt sich ihm an – und lässt ihn für gealterte Männlichkeitsikonen und progressive Gouverneurs-Kandidaten stehen. Die Identitätssuche bindet beide aneinander und zerrt sie gleichzeitig in unterschiedliche Richtungen.
Mit bewundernswerter Leichtigkeit bewegt sich Paul Thomas Anderson durch einen Film, der zugleich Coming-of-Age-Drama, Musikvideo und Epochenporträt ist, ohne dabei je das Paar aus den Augen zu verlieren. Mit unzähligen Richtungswechseln entwirft der Film nicht nur ein meisterlich inszeniertes kinetisches Abbild einer Liebesbeziehung, sondern findet zugleich einen ganz eigenen Zugang zu 1970er-Jahre-Nostalgie und einer vergangenen Hollywood-Ära. – Sehenswert ab 14.