Verschwende Deine Jugend

- | Deutschland 2003 | 101 Minuten

Regie: Benjamin Quabeck

Ein 19-jähriger Bankangestellter in München legt sich als Manager einer Band ins Zeug und verwirklicht gegen alle Widerstände und Niederlagen im Sommer 1980 seinen Lebenstraum: Als passionierter Verehrer der Musik der "Neuen deutschen Welle" organisiert er ein Konzert, für das er als Zugpferd die Punk-Band "Deutsch Amerikanische Freundschaft" ankündigt, ohne Geld oder deren Zusage zu haben. Flott inszenierter und gespielter Jugendfilm um Selbstfindung, erste Liebe und identitätsstiftende Musik. Als Auseinandersetzung mit Musik-, Geschäfts- und Lebensformen der 1980er-Jahre indes enttäuschend, weil er die damalige Musik und Zeit kaum rekapituliert und analysiert, sondern nur als trendiges Zeitkolorit für einen gegenwartstauglichen Look benützt. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2003
Regie
Benjamin Quabeck
Buch
Kathrin Richter · Ralf Hertwig
Kamera
David Schultz
Musik
Lee Buddah
Schnitt
Tobias Haas
Darsteller
Tom Schilling (Harry) · Robert Stadlober (Vince) · Jessica Schwarz (Melitta) · Marlon Kittel (Freddie) · Christian Ulmen (Wieland Schwartz)
Länge
101 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.

Heimkino

Verleih DVD
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Diskussion
Der Filmtitel weckt hohe Erwartungen: Zum einen erinnert er an den gleichnamigen Song von DAF, jener Kult gewordenen Punk-Band aus Düsseldorf, der „Deutsch Amerikanischen Freundschaft“, die damit Anfang der 1980er-Jahre ein Programm, ja eine Art Lebensdevise verkündete; zum anderen denkt man zwangsläufig an Jürgen Teipels gleichnamigen Doku-Roman (2001), der auf ebenso schillernde wie authentische Weise die Genese des Punk-Rock, seinen Niedergang wie seine Weiterentwicklung zum New Wave (durch die Protagonisten des Punk) nachzeichnete. Teipel fungierte dabei als eine Art „literarischer Cutter“, dem in der Zusammenfügung zahlloser Aussagen und Erinnerungen eine packende Rekonstruktion gelang, die zugleich Inhalte wie Formen jener Musik spiegelte. Sein faszinierender literarischer Ansatz findet in Benjamin Quabecks Film keinerlei Entsprechung: keine gedankliche Differenziertheit, kein musiktheoretischer Ansatz, keine zynische Analyse einer zeitgeistigen Musik-, Geschäfts- und Lebensform, keine Entlarvung einer Haltung als pure Pose i

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