Wir sind jung. Wir sind stark.

Drama | Deutschland 2013 | 128 Minuten

Regie: Burhan Qurbani

Die skandalösen Ereignisse aus Rostock-Lichtenhagen, wo im Sommer 1992 jugendliche Hooligans nach pogromartigen Tagen ein Wohnheim von vietnamesischen Immigranten anzündeten, verdichten sich als Abfolge kleiner Geschichten. Dabei werden nicht nur die Opfer und das politische Versagen, sondern auch die jugendlichen Brandstifter in Blick genommen, die mit rechter Gesinnung kokettieren, aber noch keine Nazis sind. Der differenzierende Rückblick wurde mit großem handwerklichem Geschick in Szene gesetzt, kreist um den Frust und die Orientierungslosigkeit der Nachwendezeit. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2013
Regie
Burhan Qurbani
Buch
Martin Behnke · Burhan Qurbani
Kamera
Yoshi Heimrath
Musik
Matthias Sayer · Tim Ströble
Schnitt
Julia Karg
Darsteller
Jonas Nay (Stefan) · Trang Le Hong (Lien) · Devid Striesow (Martin) · Joel Basman (Robbie) · Saskia Rosendahl (Jennie)
Länge
128 Minuten
Kinostart
22.01.2015
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Drama

Heimkino

Die Edition enthält eine Audiodeskription für Sehbehinderte.

Verleih DVD
Zorro (16:9, 2.35:1, DD5.1 dt.)
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Diskussion
Mit Riesenschritten nähert sich der junge deutsche Film der Gegenwart. Gerade erst rekonstruierte Giulio Ricciarelli in „Im Labyrinth des Schweigens“ mit viel Rechercheaufwand die Vorgeschichte des Frankfurter Auschwitz-Prozesses von 1963-1965 als Kostümfilm; und Daniel Harrich stellte in „Der blinde Fleck“ sehr nachdrücklich offengebliebene Fragen zum Anschlag auf das Oktoberfest 1980. Nun also Rostock-Lichtenhagen, August 1992. Die „Wende-Euphorie“ war verflogen. Auf den rasanten gesellschaftlichen Wandel folgte die erste Katerstimmung, auf den Konsumrausch die Abwicklung der ehemaligen Staatsbetriebe und damit einhergehend steigende Arbeitslosenzahlen. Die Frustration entlud sich an jenen, die auf der sozialen Leiter noch weiter unten standen: den Asylbewerbern, die übergangsweise in der Zentralen Aufnahmestelle in Rostock-Lichtenhagen untergebracht waren. Fünf Tage lang kam es zu bürge

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