Action | USA/Großbritannien/Kanada 2017 | 120 (Kinofassung) 242 ("Snyder Cut") Minuten

Regie: Zack Snyder

Nach dem Tod von Superman steckt die Welt in einer tiefen Krise, die sich zur Apokalypse auszuweiten droht, als ein Superschurke mit seiner Armee geflügelter Parademons auftaucht, um drei machtvolle Artefakte an sich zu reißen und eine dunkle Herrschaft zu errichten. Doch Batman und Wonder Woman versammeln ein schlagkräftiges Superhelden-Team um sich. Nach einer eindrucksvollen Titelsequenz und einer vielversprechenden Einführung der Protagonisten versandet das Fantasy-Spektakel allzu schnell in einer ideenlosen Materialschlacht. Die Inszenierung gewinnt dem Kampf Gut gegen Böse kaum reizvolle thematische Subtexte ab und erschafft ebenso wenig eine interessante Dynamik innerhalb des Heldenteams. Der 2021 veröffentlichte, längere "Snyder Cut" des Films ("Zack Snyder's Justice")gleicht viele dieser Schwächen aus, nicht zuletzt, weil er sich wesentlich mehr Zeit für die Charakterentwicklung nimmt und auch die Antagonisten wesentlich eindrucksvoller zeichnet. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
JUSTICE LEAGUE
Produktionsland
USA/Großbritannien/Kanada
Produktionsjahr
2017
Regie
Zack Snyder
Buch
Chris Terrio · Joss Whedon
Kamera
Fabian Wagner
Musik
Danny Elfman
Schnitt
David Brenner · Richard Pearson
Darsteller
Ben Affleck (Bruce Wayne / Batman) · Henry Cavill (Clark Kent / Superman) · Gal Gadot (Diana Prince / Wonder Woman) · Jason Momoa (Arthur Curry / Aquaman) · Ezra Miller (Barry Allen / The Flash)
Länge
120 (Kinofassung) 242 ("Snyder Cut") Minuten
Kinostart
16.11.2017
Fsk
ab 12; f
Pädagogische Empfehlung
- Ab 14.
Genre
Action | Comicverfilmung | Fantasy

Heimkino

Verleih DVD
Warner
Verleih Blu-ray
Warner
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Fantasy-Spektakel mit vielen Heldinnen und Helden, aber wenig reizvollen Subtexten

Diskussion

Kinoversion

Im Rinnstein liegen Zeitungen mit der Schlagzeile „Superman ist tot“, und zu den melancholischen Klängen einer Cover-Version von Leonard Cohens „Everybody Knows“ streift die Kamera durch eine scheinbar verlorene Stadt. Sie verharrt auf dem Gesicht eines Obdachlosen, der ein Pappschild mit der Aufschrift „I tried“ vor sich aufgestellt hat, und beobachtet die Gewalt und Verwahrlosung auf den Straßen. „Justice League“ von Zack Snyder spielt wenige Monate nach den Ereignissen in „Batman v Superman: Dawn of Justice“, und obwohl die Helden darin am Ende gegen die Schurken triumphierten, hat der Preis des Sieges, der Tod Supermans, die fiktive Welt um die Megacities Metropolis und Gotham in eine tiefe moralische Krise gestürzt.

Und es kommt noch schlimmer: Bruce Wayne alias Batman stößt auf mörderische geflügelte Kreaturen, so genannte Parademons, die nicht nur in Gotham ihr Unwesen treiben; auf der Insel Themyscira erhalten die Amazonen einen fatalen Besuch vom Meister der Parademons, einem Unhold namens Steppenwolf, der ihnen ein machtvolles würfelförmiges Artefakt stiehlt. Sollte es Steppenwolf gelingen, auch die beiden Pendants des Artefakts zu finden, die seit Urzeiten auf der Erde versteckt sind, könnte das den Weltuntergang bedeuten.

Steilvorlage für die Bildung des Helden-Teams

Es ist also höchste Zeit für die überlebenden Helden, das Trauma von Supermans Tod abzuschütteln, sich zusammenzuraufen und übermenschliche Verstärkung zu rekrutieren, um den Schurken Einhalt zu gebieten. Während das Krisenmanagement allmählich greift und sich um Wonder Woman und Batman mit Flash, Cyborg und Aquaman ein schlagkräftiges Team formiert, ergeht es dem Film erzählerisch allerdings genau umgekehrt: Nach einem starken Anfang schlittert er immer tiefer in den Schlamassel. Die atmosphärische Titelsequenz, die sich auch als Kommentar zur aktuellen Stimmung in den USA lesen lässt (inklusive einer kleinen Szene, in der sich Regisseur Zack Snyder explizit von der „White Supremacy“-Szene distanziert, nachdem seinen Filmen oft eine faschistoide Ästhetik vorgeworfen wurde) und mehreren Sequenzen, in denen die einzelne Heldenfiguren eingeführt werden, bauen eine Spannung auf, die kläglich verebbt, wenn sich die Figuren endlich zum Team zusammengefunden haben.

Nachdem „Batman v Superman: Dawn of Justice“ schon kein großer Wurf war, weil er den ausufernden Stoff dramaturgisch nicht in den Griff bekam, bewegt sich „Justice League“ strukturell zwar in bewährten „Avengers“-Fahrwassern (und tatsächlich hat „Avengers“-Regisseur Joss Whedon am Drehbuch mitgearbeitet und letzte Regiearbeiten übernommen, nachdem Snyder wegen des Todes seiner Tochter aus dem Projekt ausstieg), leidet aber an einem verblüffenden Mangel an Ideen. Es ist geradezu peinlich, wie wenig den Machern eingefallen ist, um dem x-ten Kampf gegen einen Hörnerhelm tragenden Popanz um irgendwelche MacGuffin-Machtwürfel eine interessante Volte zu geben, nachdem Warner Bros. schon zehn Jahren mit dem „Justice League“-Projekt schwanger gegangen ist. Während sich „Batman v Superman“ und „Wonder Woman“ durchaus kritisch am Verhältnis von „Normalmenschen“ und Superhelden abarbeiteten, beschränkt sich „Justice League“ mehr oder minder darauf, die diversen Superkräfte der Figuren vorzuführen, ohne daraus allerdings inszenatorische „Wow“-Momente zu kreieren.

Worunter ganz besonders Flash leidet, der als einzige Figur, die sich selbst nicht allzu ernst nimmt, Sympathiepunkte sammelt. Man könnte dies noch verschmerzen, wenn das neue Team wenigstens mit einer interessanten Gruppendynamik aufwarten würde; doch bis auf halbherzige Versuche, zwischen Batman und Wonder Woman die Möglichkeit einer Romanze anzudeuten, verwendet das Drehbuch keinerlei Mühe darauf, zwischen den einzelnen Justice-League-Mitgliedern irgendeine Art von Chemie herauszuarbeiten. Nachdem „Wonder Woman“ qualitativ an die Konkurrenz des Marvel Cinematic Universe anschließen konnte, verdümpelt das DC Extended Universe hier in einer seelenlosen Materialschlacht – und die tödlichste Nemesis des Superheldengenres gewinnt die Oberhand: die Langeweile. Felicitas Kleiner

 

Zack Snyder’s Justice League ****

Die Helden der Justice League haben das Böse besiegt, jeder geht nun wieder seiner eigenen Wege: Bruce Wayne plant eine Einsatzzentrale in den verfallenen Gemäuern von Wayne Manor, Wonder Woman blickt sehnsüchtig über das Meer gen ihrer unsichtbaren Heimat Themyscira. Barry Allen alias Flash rennt sichtlich befreit mit Höchstgeschwindigkeit durch die Stadt und Clark Kent präsentiert dem Zuschauer in klassischer Pose das Superman-Logo unter seinem unauffälligen Alltagsdress, als er eine Gefahr spürt. Als dann das Bild langsam ins Schwarze ausfadet, weiß der erfahrene Filmmensch sofort: Jetzt folgt der Abspann. Der wuchtige Soundtrack schwingt noch nach, als sich aus dem Schwarz zunächst zwei Worte in schlanken weißen Großbuchstaben absetzen: FOR AUTUMN. Zunächst nichts Überraschendes, findet man doch mittlerweile Widmungen für Menschen, die am Film mitgewirkt oder die Macher inspiriert haben, in fast jedem Filmabspann. Doch Autumn war keine Mitwirkende am Film, sondern Zack Snyders Tochter. Und diese Einblendung ist das Resultat einer Reihe von Ereignissen, an denen Zack Snyder zerbrach und mit Hilfe der Fans wiederauferstand.

Herbe Enttäuschung

Als Comic-Fans im Herbst 2017 die Kinosäle verließen, schlug sich der Unmut in betretenem Schweigen nieder. Lange hatten sie dem großen Moment entgegengefiebert, in dem sich auf der Leinwand die bereits in „Man of Steel“, „Batman v Superman“ und „Wonder Woman“ eingeführte „Trinity“ – bestehend aus Superman, Batman und Wonder Woman – mit weiteren Metamenschen zur „Justice League“ gegen das Böse zusammen schließen würde, eine der ikonischsten Heldenvereinigungen der Comic-Geschichte. Nachdem 2012 schon Marvel-Fans in den Genuss gekommen waren, „The Avengers“ auf der großen Leinwand feiern zu können, war nun endlich das DC-Lager dran. Doch was Ihnen 2017 mit über zwei Stunden Laufzeit geboten wurde, war ernüchternderweise nicht mehr als aufgeblasenes, zerfahrenes und eiskalt kalkuliertes Popcornkino. Sicher, allein dass es der erste Leinwand-Auftritt der großen Drei im Zusammenschluss mit Cyborg, Aquaman und dem Flash war, erfüllte eingefleischten Anhängern generationsübergreifend einen langgehegten Kindheitstraum. Doch das Schiff hatte merklich Schieflage: generische Handlung mit jeder Menge Gähn-Faktor, halbherzig abgefertigte Gruppendynamik zwischen den Helden sowie merkwürdig erzwungene Spaß-Momente (vor allem dialogisch) ließen die Begeisterung mit fortschreitender Laufzeit in Ernüchterung umschlagen.

Doch woran lag es, dass „Justice League“ nicht funktionierte? War Zack Snyder, der dem Mann aus Stahl sowie dem Dunklen Ritter zwar streitbar, aber wuchtig seinen Stempel aufgedrückt hatte, einfach nur überfordert mit diesem Mammutprojekt? Oder hatte sich gar Mutterkonzern Warner an den eigenen Erwartungen verhoben, mit einem übereilten Kraftakt zur Marvel-Konkurrenz aufzuschließen? Internetforen, Facebook-Gruppen und Twitter liefen über vor hitziger Theorienspinnerei und Mutmaßerei wütender Comicverfechter; ein Schuldiger musste her! Schlussendlich einigte sich die Internetgemeinschaft darauf, Regisseur Joss Whedon ins Visier zu nehmen; schließlich wusste man, dass der „Avengers“-Regisseur in der Post-Production die Zügel bei „Justice League“ übernehmen hatte, nachdem Zack Snyder im Mai 2017 das Projekt aus familiären Gründen verlassen hatte. Whedon wurde so endgültig zur persona non grata ausgerufen, zumal sich später auch Stars wie Gal Gadot oder Ray Fisher jr. medial über die problematische Zusammenarbeit mit dem Übergangsregisseur äußerten. Doch in diesem crossmedialen Fegefeuer aus wütenden Anschuldigungen ging unter, was zu oft im Eifer des Gefechts übersehen wird: die Rolle, die das Schicksal einzelner Menschen spielt, in diesem Fall das Unglück Zack Snyders, dessen erwachsene Tochter sich im März 2017 das Leben genommen hatte.

#ReleaseTheSnyderCut!

“Ich war einfach irgendwie fertig damit“, verriet Snyder in einem Interview dem Autor Sean O’Connell im Februar 2021. Er habe keine Energie mehr gehabt, gegen das Studio und für den Film zu kämpfen, an einem Punkt, an dem er wusste, dass seine Familie ihn mehr braucht als „dieser Mist“, so der Regisseur weiter. Diese Worte deuten an, was damals in Zack Snyder vor sich ging und was ihn schlussendlich bewegte, sich vom Projekt „Justice League“ abzuwenden und dem vermeintlichen Heilsbringer Whedon das Feld zu überlassen; der Ausgang ist bekannt. Trotz all der Wut und des Spottes über den Film regte aber doch auch etwas Hoffnungsvolles in der Fangemeinde – mit Auswirkungen, die niemand in diesem Maße erahnen konnte: Just nach dem desaströsen Kinostart von „Justice League“ formierte sich im Internet eine kleine Gruppierung von DC-Fans, die unter dem Hashtag #ReleaseTheSnyderCut eine Protestaktion gegen Warner startete und forderte, Snyders Version des Films freizugeben.

Aufgebaut auf Gerüchten und dem Fakt, dass Joss Whedon definitiv Veränderungen am Drehbuch vorgenommen und Nachdrehs angeordnet hatte, vermuteten die Bewegungsanhänger eine verschollene, unfertige Version des Heldenfilms, tief vergraben in den studioeigenen Archiven. Ein Novum wäre das nicht, haben doch bereits zahlreiche Filme teils Jahrzehnte später unerwartet eine neue Cut-Fassung erhalten (wie etwa „Superman II“ von 1980, bei dem Regisseur Richard Donner wegen Differenzen mit den Produzenten Pierre Spengler und den Gebrüdern Salkind durch Richard Lester ersetzt wurde, 2006 jedoch mit dem „Richard Donner Cut“ seine Version doch noch auf DVD erschien, wenn auch unfertig).

Über zwei Jahre lang verschaffte sich die SnyderCut-Bewegung mit Petitionen, Kundgebungen auf Comic Conventions und Aktionen in Social Media mediale Aufmerksamkeit und wuchs stetig an. Auch von prominenter Seite stießen immer mehr Unterstützer zur Aktion – bis hin zu Schauspielern der Kinofassung wie Ben Affleck und Gal Gadot. Die überwiegend positive bis liebevolle Unterstützung von Snyders Werk war mehr als spürbar, Aufbruchstimmung machte sich im Internet breit. Zudem ergab sich als positiver Nebeneffekt, dass die SnyderCut-Bewegung neben der angestrebten Filmveröffentlichung auch die „American Foundation for Suicide Prevention“ mit gesammelten Geldspenden von über 150.000 US-Dollar unterstützte. Lange Zeit hielten sich Warner wie Snyder bedeckt, doch Ende März 2019 ließ Zack Snyder unerwartet die Bombe platzen, als er während eines Events die Existenz des „Snyder Cuts“ bestätigte und sagte, dass es nun an Warner liege, ob er ihn fertigstellen und veröffentlichen könne. Ein gutes Jahr und unzählige Verhandlungen später konnte Snyder den Fans am 20. Mai 2020 im Rahmen einer „Man of Steel“-Watchparty endlich verkünden, dass seine Filmvision als „Zack Snyder’s Justice League“ – ausgestattet mit einem Zusatzbudget von rund 70 Millionen Dollar - im Folgejahr auf HBO Max ausgestrahlt wird. Und so kam es auch.

For Darkseid: Der “Director’s Cut”

Vorweg: Die Geschichte um die Justice League und ihre Mission im Kampf gegen das Böse ist im Kern natürlich erhalten geblieben. Doch gibt es einige markante Unterschiede zur Kinofassung: Manches wird von Snyder neu in den Vordergrund gestellt; Anderes bewusst komplett über den Haufen geworfen. Schon die Laufzeit von knapp vier Stunden zeigt auf, was sich Snyder in seiner Filmfassung als oberste Maxime gesetzt hat: Raum für die Figuren und ihre Geschichten. Und diesen nutzt er ausgiebig, um den Charakteren auch private Momente zuzugestehen. Allen voran Cyborg (Ray Fisher jr.), dessen traumatische Erlebnisse um den Verlust seiner Mutter sowie seiner Menschlichkeit zum Dreh- und Angelpunkt des Plots werden. Was Whedon nur rein instrumentalistisch mit der sinnbildlichen Schlüsselfunktion Cyborgs zur Rettung der Welt vor dem Untergang vermittelte, erweitert Snyder um den Blick auf den Menschen im silbernen Metallanzug und gibt dem ehemaligen Football-Star den Hintergrund, den seine neu eingeführte Figur zwingend braucht, um Sympathien und Identifikation beim Zuschauer auszulösen.

Insgesamt betreibt Snyder eine wesentlich intimere und ruhigere Charakterentwicklung, von der auch die Figur Barry Allen alias The Flash (Ezra Miller) profitiert. Einzig Aquaman (Jason Momoa) bekommt nicht wesentlich mehr Entwicklungsraum spendiert, wobei sich hier eher die Frage nach Warners Filmagenda stellt - James Wans Solofilm „Aquaman“ hätte hier definitiv vor Justice League angesetzt werden sollen. Das größte Makeover hat jedoch ganz klar Bösewicht Steppenwolf (Ciarán Hinds) verpasst bekommen, sowohl charakterlich wie auch optisch. Durch die Einführung von Darkseid als graue Eminenz im Hintergrund, dem Steppenwolf zwar treu ergeben ist, jedoch in Ungnade fiel und sich die Neigung des Meisters erst durch die Unterjochung weiterer tausend Welten verdienen muss, bekommt das Böse im DC-Universum mehr Tragweite. Steppenwolf war definitiv eine der größten Enttäuschungen der Kinofassung, da er lediglich generisch-schuftige Einzeiler aufsagen durfte und auch optisch nicht die eindrucksvolle Präsenz ausstrahlte, die einem Welteneroberer würdig erschien. Hier setzte Snyder radikal den Rotstift an und verpasste dem Schurken eine Erscheinung, die seiner Aussage nach „a spiky motherf*cker“ sein sollte.

Und ja, Snyder hält Wort: Steppenwolfs massiger Körper steckt in einer glänzenden, lebendigen Rüstung, die sich ähnlich wie das Fell eines Tieres je nach Gemütslage geschmeidig anlegt oder kampfeslustig zur bedrohlichen Dornenrüstung aufspreizt. Diese Erscheinung ist zwar noch weiter von der Comic-Vorlage entfernt als die Kinoversion, schafft es aber, als ernstzunehmende Bedrohung für die Menschheit und die Justice League zu fungieren. Und selbst wenn er fällt, wartet das wahre Böse in Form von Darkseid auf der anderen Seite des Universums ungeduldig auf die Rückkehr der sogenannten „Mutterboxen“, was „Zack Snyder’s Justice League“ mehr zu einem Auftakt- als Abschlussfilm macht. Snyder schlägt zudem einen komplett anderen audiovisuellen Weg ein, der in gewohnter Manier geprägt ist von düsterer Farbgebung (abgerundet durch das schwarze Superman-Kostüm), actionreicheren sowie brutaleren Kämpfen und der elektrisierenden Rückkehr von Thomas Holkenborg alias Junkie XL, der sich bewaffnet mit Synthesizer und E-Gitarre durch die Szenerie wummert. Der Kontrast könnte nicht größer sein, setzte Whedon doch eher auf bunte Farbsprenkler und den leider unpassenden, wenngleich sonst überragenden Sound von Ur-„Batman“-Komponist Danny Elfman.

Hallelujah

Alle Unterschiede zur Kinofassung akribisch aufzuzählen, würde jedoch jeden Rahmen sprengen und wäre auch nicht zielführend. Auf den Punkt gebracht: Der Snyder-Cut ist um Welten besser als sein Kinovorgänger, jedoch kein filmisches Meisterwerk für alle Zeiten; daran ändern auch eine längere Laufzeit, ausgefeiltere Charaktere und ausgetauschte sowie optisch als auch tonal überarbeitete Szenen nichts. Was den Snyder-Cut aber trotzdem besonders macht, ist das Herzblut, das darin steckt. „Zack Snyder’s Justice League“ ist unabstreitbar ein Film mit einer katastrophalen Produktionsgeschichte, der uns wieder mal die Auswirkungen von Fehlkalkulationen in der Multimilliarden-Maschinerie Hollywood aufzeigt, die schon hunderte andere Filmemacher und ihre Werke zuvor verschlungen hat, doch er ist auch ein Beispiel dafür, wie viel die Liebe und Hingabe von Fans und Filmemachern zu einem Projekt bewirken kann. Egal, was vorgefallen ist: Am Ende uns der Abspann. „FOR AUTUMN“ erscheint, weiß auf schwarz, der Filmsoundtrack stockt und wandelt sich eine weiblich gesungene Version von Leonard Cohens „Hallelujah“. Ein Lied, dass seine Tochter sehr liebte, verriet Snyder in einem Interview. Amen. Steffen Buchmann

 

 

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