Polizeiruf 110 - Tatorte

Krimi | Deutschland 2018 | 88 Minuten

Regie: Christian Petzold

Die Ermordung einer Frau vor den Augen ihrer siebenjährigen Tochter beschert dem Münchner Hauptkommissar Hanns von Meuffels einmal mehr einen seelisch belastenden Fall. Erschwert werden die Ermittlungen durch die Trennung von seiner Freundin wie auch durch die Gewöhnung an eine neue Kollegin und immer akutere Zweifel am Sinn seines Berufes. Letzter „Polizeiruf 110“-Fall des grüblerischen und melancholischen Kommissars, dem ein würdiger Abschied zwischen tragischen Momenten und Reminiszenzen an frühere Folgen bereitet wird. Hochaufmerksam inszeniert, zeigen sich in den sorgfältigen Figurenzeichnungen, der präzisen Bildsprache und der Schauspielkunst von Matthias Brandt noch einmal alle Qualitäten des Münchner Ablegers der Krimi-Reihe. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2018
Regie
Christian Petzold
Buch
Christian Petzold
Kamera
Hans Fromm
Schnitt
Bettina Böhler
Darsteller
Matthias Brandt (Hanns von Meuffels) · Barbara Auer (Constanze Hermann) · Maryam Zaree (Nadja Micoud) · Bettina Mittendorfer (Dr. Lara Stindl) · Stephan Zinner (Jochen Fahrenholz)
Länge
88 Minuten
Kinostart
-
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Krimi
Diskussion

Die Abschiedsfolge von Matthias Brandt, inszeniert von Christian Petzold: Ein würdiger, fein zwischen Melancholie und Humor balancierender Ausstand.

„Schön war’s nicht bei Ihnen!“, sagt Anna, die Ex-Assistentin des Hauptkommissars Meuffels, und blickt ihn herausfordernd an. Er lächelt, ihm gefällt, wie Anna redet, ihre direkte Art. Sie sprechen über seine Wutanfälle, die Meuffels, der eigentlich die Zurückhaltung und Schüchternheit in Person ist, gelegentlich hatte und immer noch haben kann, und man spürt, dass Anna diesen eigensinnigen Sturkopf von Chef doch ganz gern mochte.

In den ersten fünf Folgen (2011 bis 2013) war Anna Burnhauser (Anna Maria Sturm) seine Assistentin; jetzt, beim 15. und letzten Fall, begegnen sie einander zufällig im Park. Sie sitzen auf einer Parkbank, rauchen Zigaretten wie Friedenspfeifen und erinnern sich. Anna murmelt: „Ist ja kein Beruf sowas!“, und fügt sogleich, seinem erstaunten Blick antwortend, hinzu: „Das haben Sie gesagt!“

Ja, das hat er immer wieder mal in Momenten des Selbstzweifels gesagt, und nun, nach acht Dienstjahren, quittiert der bei Publikum und Kritik hoch geschätzte und beliebte Matthias Brandt alias Hauptkommissar Hanns von Meuffels seinen Dienst. Christian Petzold (Buch und Regie) präsentiert in seinem Abschieds-Fall einen Meuffels, dem alles zu entgleiten droht, vom Gang der Mordermittlungen bis zu seiner Liebesgeschichte mit der Kollegin Constanze Hermann (Barbara Auer).

Eine Balance mit Ironie und bunten Reminiszenzen

Petzold balanciert dabei die melancholischen und tragischen Momente der Geschichte mit Ironie und allerlei bunten Reminiszenzen aus. Das beginnt mit dem kuriosen, neidvoll-anerkennend auf die erfolgreichste Krimi-Serie des deutschen Fernsehens verweisenden Titel „Tatorte“, und endet mit einem Laurel&Hardy-Slapstick-Zitat, einer rührend komischen und herrlich Happy-End-tauglichen Szene aus „Blockheads“, in der Ollie den schwerverletzten Stan auf Armen tr&a

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