Meine Freundin Conni - Geheimnis um Kater Mau

Animation | Deutschland 2020 | 76 Minuten

Regie: Ansgar Niebuhr

Im ersten animierten Leinwandabenteuer der populären Kinderbuchfigur darf das Mädchen Conni mit seinen Freundinnen ein paar Tage ohne Eltern auf einer Jugendherberge in einer pittoresken Burg verbringen. Mit dabei ist ihr Kater, der sich heimlich in den Bus geschlichen hat und für allerhand turbulente Situationen sorgt. Der farbenfrohe Mix aus komödiantischen Momenten und einfachen Action-Elementen richtet sich an die jüngsten Zuschauer und erinnert in seiner klaren, minimalistischen Figurenzeichnung an Serien wie „Heidi“ oder „Wickie“. Zudem werden Tugenden wie Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeitssinn und Zusammenhalt hochgehalten. - Ab 6.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2020
Regie
Ansgar Niebuhr · Victoriano Rubio
Buch
Nana Andrea Meyer · Jens Urban
Musik
Rori Coleman
Länge
76 Minuten
Kinostart
02.07.2020
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 6.
Genre
Animation | Kinderfilm

Animierte Abenteuergeschichte um die bekannte Kinderbuchfigur, die zum ersten Mal mit ihren Freundinnen ein paar Tage ohne ihre Eltern in einer Jugendherberge verbringen darf.

Diskussion

Wenn sich eine Kinderfigur über mehrere Dekaden hinweg etabliert hat und zum Millionenseller avancierte, dann kann man davon ausgehen, dass der Stoff auch eine gewisse Leinwandreife erreicht hat. Dies gilt fraglos für die frech-optimistische Conni mit ihrem rot-weiß-gestreiften Ringelpullover, die seit knapp 30 Jahren mit ihren Alltagsgeschichten kleine wie große Kinder in Bann schlägt. Ihre Fans sind im Laufe der Zeit mitgewachsen, vom Vorschul- bis zum Teenager-Alter. Als Teenie-Göre gelangte Conni auch schon zwei Mal in Realverfilmungen von Franziska Buch („Conni & Co“, 2016) und Til Schweiger („Conni & Co 2 – Das Geheimnis des T-Rex“, 2017) ins Kino, jeweils mit Emma Schweiger in der Titelrolle.

In der jetzigen animierten Version „Meine Freundin Conni – Geheimnis um Kater Mau“ begibt sich Ansgar Niebuhr, der auf gut 20 Jahre Trickfilmerfahrung bei Produktionen wie „Pippi Langstrumpf“ oder „Prinzessin Lillifee“ verweisen kann, zu den Wurzeln zurück. Denn die neue Adaption hält sich nicht nur auf visueller Ebene an die Vorlagen aus den Büchern und Fernsehserien, sondern schickt die Protagonistin auch zurück ins Kita-Alter. Niebuhr begnügt sich dabei nicht damit, ein paar bekannte Conni-Abenteuer aneinanderzureihen, sondern er erzählt eine eigenständige Geschichte, die dennoch dem Geist des Originals treu bleibt. So darf Conni erstmals ohne Mama und Papa verreisen. Sie fährt mit ihren Freunden zu einer Jugendherberge, die in einer pittoresken Burgmühle untergebracht ist. Allerdings darf ihr geliebter Kater Mau nicht mitkommen. Doch irgendwie schafft es der schnurrende Vierbeiner doch, sich unbemerkt in den Bus zu schmuggeln.

Der Kater sorgt für Überraschungen

Vor Ort ist Mau dann für eine Reihe von Missgeschicken verantwortlich, die allesamt dem zahmen Waschbären von Luca, dem Sohn der Herbergsleiterin, in die Schuhe geschoben werden. Nun ist es an Conni, die Maus Anwesenheit längst bemerkt hat, klarzustellen, wer in Wahrheit hinter den merkwürdigen Vorkommnissen steckt.

„Meine Freundin Conni“ ist ein gefälliger, farbenfroher und harmloser Mix aus komödiantischen Momenten und einfachen Action-Elementen, der die anvisierte Zielgruppe der Kindergartenkinder nicht überfordert und der in seiner klaren, minimalistischen Figurenzeichnung an Vorbilder wie „Heidi“ oder „Wickie“ erinnert. Geschickt wurden ökologische Themen (kein Plastikgeschirr), gesundes Essen (Tofu-Würstchen und Rote-Beete-Broccoli-Salat) oder zeitgenössische Gesundheitsprobleme (Katzenallergie) in die Story eingewoben. Für den Humor stehen vor allem der tollpatschige Kater Mau, der in bester „Stan & Ollie“-Manier gegen Laternenmasten donnert, und der übertrieben ängstliche Praktikant Lennart, der hinter jeder Ritterrüstung einen Geist oder ein Gespenst vermutet und dann fast so laut schreit wie der legendäre Oskar Matzerath aus Schlöndorffs „Blechtrommel“.

Ein farbenfroher Mix

Die jungen Synchronsprecher fallen zwar immer wieder durch linkisch-unbeholfene Betonungen auf, und es werden ihnen bisweilen auch wenig kindgerechte Dialoge in den Mund gelegt. Doch unterm Strich dominieren die liebenswerten Interaktionen zwischen Conni und ihren aus der Serie bekannten Freunden, die Tugenden wie Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeitssinn und Zusammenhalt hochhalten. Im amüsanten Schlussgag droht überdies eine Elster, die von den detektivisch veranlagten Kindern als Diebin eines wertvollen Armbands entlarvt wird, aus Gründen der Schwerkraft ihr wertvolles Diebesgut wieder zu verlieren.

Sollte sich der Nachwuchs mit seinen Erziehungsberechtigten auf dieses Filmabenteuer einlassen und nach dem Lockdown wieder einen Ausflug vor die große Leinwand wagen, wäre der Weg für eine langlebige Kino-Conni-Reihe geebnet.

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