Mathilde - Eine große Liebe

- | Frankreich 2004 | 133 Minuten

Regie: Jean-Pierre Jeunet

Während des Ersten Weltkriegs werden fünf französische Soldaten wegen Selbstverstümmelung zum Tode verurteilt und an die vorderste Front versetzt. Doch statt im Gemetzel umzukommen, gelingt ihnen die Flucht. Die Verlobte eines der Soldaten glaubt nicht an den Tod des Verschollenen und macht sich mit Hilfe eines Detektivs auf die Suche nach ihm. Die als postmoderne Collage erzählte Geschichte führt verschiedene Handlungsstränge bravourös neben- und ineinander, wobei Zeiten, Orte und Erzählperspektiven ständig wechseln. Ein fesselnder Film von überbordender visueller und narrativer Fantasie. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
UN LONG DIMANCHE DE FIANCAILLES
Produktionsland
Frankreich
Produktionsjahr
2004
Regie
Jean-Pierre Jeunet
Buch
Jean-Pierre Jeunet · Guillaume Laurant
Kamera
Bruno Delbonnel
Musik
Angelo Badalamenti
Schnitt
Hervé Schneid
Darsteller
Audrey Tautou (Mathilde) · Gaspar Ulliel (Manech) · Jean-Pierre Becker (Lieutenant Esperanza) · Dominique Bettenfeld (Ange Bassignano) · Clovis Cornillac (Benoît Notre-Dame)
Länge
133 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.

Heimkino

Die umfangreichen und hochwertigen Extras der Doppel-DVD beinhalten u.a. einen Audiokommentar des Regisseurs (frz., dt. untertitelbar) vierzehn im Film nicht verwendete Szenen (11 Min.) sowie eine mustergültige den Produktionsprozess analytisch begleitende Dokumentation ("Ein Jahr an der Front: Hinter den Kulissen von "Mathilde - Eine große Liebe"; 74 Min.). Die Edition ist mit dem Silberling 2005 ausgezeichnet.

Verleih DVD
Warner (16:9, 2.35:1, DD5.1 frz./dt.)
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Diskussion
Wer auch immer vorschnell behauptet hat, die hohe Zeit spielerisch-postmodernen Erzählens sei vorüber. wird von „Mathilde – Eine große Liebe“ eines Besseren belehrt: einer einfachen Geschichte über die Kraft der Liebe in Nachkriegswirren, die übermütig und mit atemberaubender Lust am Fabulieren in allerlei Nebenhandlungen, Subtexten und Ellipsen solange variiert, gespiegelt und mit Ornamenten und Inversionen verziert wird, bis sich der Eindruck eines polyphonen Epochenbildes aus Versatzstücken aus zweiter Hand einstellt: ein Pastiche aus lauter Medienbildern jener Zeit, in der der Film spielt. Er beginnt in den Schützengräben der Westfront des Ersten Weltkriegs: Fünf Soldaten, darunter Matildes blutjunger Verlobter Manech, sind wegen Selbstverstümmelung zum Tode verurteilt worden. Um Munition zu sparen, werden die Verurteilten im Niemandsland an vorderster Front ausgesetzt, damit sich das Urteil im Verlauf der unübersichtlichen und blutigen Kampfhandlungen von selbst vollstrecke. Die Darstellung des Grabenkrieges ist derart ekelerregend realistisch, die dumpfe Logik des Militärischen so offensichtlich, dass die Sympathie automatisch b

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