Von Menschen und Göttern

Drama | Frankreich 2010 | 123 Minuten

Regie: Xavier Beauvois

Im Jahr 1996 wurden im Altasgebirge in Algerien sieben Trappistenmönche ermordet, was den Islamisten zugeschrieben wurde, die das Land in den 1990er-Jahren mit fundamentalistischem Terror überzogen. Das spirituelle Drama zeichnet das Leben der Mönche und ihr intensives Ringen darum nach, ob sie ihr Kloster aufgeben und fliehen oder aus Solidarität mit den Menschen bleiben und damit ihren Tod riskieren sollen. Mit großem ästhetischem Gespür gedreht, ordnet sich die Filmsprache stets dem Rhythmus des klösterlichen Lebens unter und gewinnt dadurch den Raum, sich auf die christlich-theologischen Dimensionen der Entscheidungsfindung einzulassen. (Teils O.m.d.U.; Kinotipp der katholischen Filmkritik; Ökumenischer Filmpreis Cannes 2010) - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
DES HOMMES ET DES DIEUX
Produktionsland
Frankreich
Produktionsjahr
2010
Regie
Xavier Beauvois
Buch
Xavier Beauvois · Etienne Comar
Kamera
Caroline Champetier
Schnitt
Marie-Julie Maille
Darsteller
Lambert Wilson (Christian) · Michael Lonsdale (Luc) · Olivier Rabourdin (Christophe) · Philippe Laudenbach (Célestin) · Jacques Herlin (Amédée)
Länge
123 Minuten
Kinostart
16.12.2010
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Drama

Heimkino

Verleih DVD
Warner Home
Verleih Blu-ray
Warner Home
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Diskussion

Unsere Ohnmacht und unsere totale Armut hinzunehmen, ist ein Aufruf, ein dringender Appell, mit den anderen eine Beziehung ohne Gewalt einzugehen“, heißt es bei Carlo Caretto. „Die Schwäche, die man in sich trägt, ist keine Tugend, sondern der Ausdruck eines grundlegenden Zuges in unserem Wesen“, notiert der italienische Mystiker in „Gott ist unterwegs zu uns“ (1971). Dies zu akzeptieren, erfordere viel Mut, sei aber die Bedingung dafür, „sich für Gerechtigkeit und Wahrheit“ einzusetzen, indem man „der trügerischen Verlockung der Stärke und der Macht widersteht“. Schon früh in Xavier Beauvois’ spirituellem Drama „Von Menschen und Göttern“ hören die Trappisten des kleinen Klosters Tibhirine im Atlasgebirge diese Sätze, als Lesung beim schweigend eingenommenen Essen. Die Gefahr, in der die Mönche schweben, zeichnet sich zu diesem Zeitpunkt bereits ab. Seitdem das algerische Militär 1992 die Machtübernahme durch die radikal-islamische Heilspartei (FIS) unterband, die aus den Parlamentswahlen als Sieger hervorging, schwillt der fundamentalistische Terror an und hat auch die Provinz erreicht. Nur wenige Tage zuvor waren befreundete kroatische Bauarbeiter unweit des Klosters barbarisch abgeschlachtet worden; das Ultimatum der „Groupes Islamiques Armés&

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