Aufbruch zum Mond

Biopic | USA 2018 | 142 Minuten

Regie: Damien Chazelle

Eine formal virtuose filmische Nacherzählung der Geschichte des US-Programms der bemannten Raumfahrt in den 1960er-Jahren bis zur Mondlandung 1969. Konzentriert auf den Astronauten Neil Armstrong als zentrale Figur, zeichnet der Film detailliert die ineinandergreifenden Prozesse aus technischem Fortschritt, NASA-Politik und gesellschaftlichem Klima nach. Während ihm in der Inszenierung maßgeblicher Situationen des Weltallprogramms herausragende Spannungssequenzen gelingen, liegt seine Stärke ebenso sehr in den ruhigeren Passagen und der Spiegelung der zunehmenden Frustration über Rückschläge und Phasen der Stagnation in der Ehe der Armstrongs. Angenehm fällt zudem die Vermeidung von Hollywood-Heldenbildern auf. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
FIRST MAN
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2018
Regie
Damien Chazelle
Buch
Josh Singer
Kamera
Linus Sandgren
Musik
Justin Hurwitz
Schnitt
Tom Cross
Darsteller
Ryan Gosling (Neil Armstrong) · Claire Foy (Janet Armstrong) · Ciarán Hinds (Robert Gilruth) · Kyle Chandler (Deke Slayton) · Jason Clarke (Edward Higgins White)
Länge
142 Minuten
Kinostart
08.11.2018
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Biopic | Drama | Historienfilm
Diskussion

Formal virtuose filmische Nacherzählung der Geschichte des US-Programms der bemannten Raumfahrt in den 1960er-Jahren bis zur Mondlandung 1969, mit dem Astronauten Neil Armstrong als zentraler Figur. Ein detailgenauer Historienfilm, der sich angenehm von Hollywood-Heldenbildern abgrenzt.

Das Blickfeld der Männer ist winzig. Festgezurrt in den Sitzen der engen Flugmaschinen, enthüllen umhergeworfene Blicke ein unübersichtliches Gemenge: Blinkende Apparate und Bildschirme, Knöpfe und Hebel, Kabel und Drähte. Von außen fallen beim senkrechten Aufstieg in den Himmel nur Lichtfetzen herein, Wolken rasen vorbei, bis schließlich die Schwärze des Alls die kleinen Fenster ausfüllt. Die Kamera von Linus Sandgren bleibt bei diesen Himmelsflügen in Damien Chazelles „Aufbruch zum Mond“ hautnah an den Raumfahrern, die inmitten des Fluglärms, ihres eigenen heftigen Atmens und der Andeutungen von Panik auf den angespannten Gesichtern keine Zeit für erhabene Gedanken haben. Erst, wenn außerhalb der Erdatmosphäre die Flugmaschine in die Horizontale gerät und die Geräuschkulisse für kurze Zeit ausblendet, bietet ihnen das Gelegenheit zum Durchatmen und auch Staunen über die Schönheit und Weite des Weltraums. Doch gerade in diesen Momenten macht Chazelle auch die Verwundbarkeit der Astronauten besonders augenfällig: Als kleine und zerbrechliche Menschen bewegen sie sich in kaum größeren und widerstandsfähigeren Metallkonstruktionen, um sie herum der luftleere, dunkle, un

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