Zwei Herren im Anzug

Drama | Deutschland 2017 | 139 Minuten

Regie: Josef Bierbichler

Im Sommer 1984 sitzen ein Wirt und sein erwachsener Sohn nach der Beerdigung der Mutter im Gasthaus der Familie am See zusammen. Stockend entspinnt sich zwischen den Männern ein Gespräch, über das Verhältnis zueinander und die Vergangenheit von drei Generationen der Familie und was davon noch in Erinnerung ist. Eine wuchtige, mitunter lakonisch-komische Familiensaga von und mit Josef Bierbichler aus dem bäuerlich-katholischen Milieu Süddeutschlands. Aus den verschiedenen Geschichten verdichtet sich ein Zeitengemälde, das tief in Bayern verortet und zugleich universell ist und u.a. von der Nazivergangenheit, Bigotterie, dem Bruch zwischen den Generationen und den Nachwirkungen von Missbrauch handelt. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2017
Regie
Josef Bierbichler
Buch
Josef Bierbichler
Kamera
Tom Fährmann
Musik
Timo Kreuser · Kofelgschroa
Schnitt
Karina Ressler
Darsteller
Josef Bierbichler (Pankraz / Seewirt) · Martina Gedeck (Theres) · Simon Donatz (junger Pankraz / erwachsener Semi) · Irm Hermann (Philomena) · Sarah Camp (Hertha)
Länge
139 Minuten
Kinostart
22.03.2018
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Drama | Historienfilm | Literaturverfilmung

Heimkino

Verleih DVD
Walt Disney (16:9, 1.78:1, DD5.1 dt.)
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Diskussion

Die Vergangenheit, sie bleibt kleben. Man schleppt sie mit sich herum, man schleppt sich mit herum. Da kann einem die Zukunft, und sei es in Gestalt des eigenen Sohnes, schon mal den Atem rauben. Der Pankraz in „Zwei Herren im Anzug“ bekommt solche Erstickungsanfälle in der Nähe seines Nachkommen, er muss dann hinaus an die frische Luft. Der Vater und sein Sohn Semi sitzen in ihrer Familienwirtschaft, gerade sind die letzten Gäste des Leichenschmauses nach Hause gegangen: Pankraz’ Frau Theres ist gestorben, die Mutter von Semi. Pankraz beginnt zu erzählen, er spricht zum ersten Mal mit seinem Sohn, redet an gegen dessen wütende Abwehrhaltung: Er wisse auch nicht warum, und warum jetzt. Sein Roman „Mittelreich“ von 2011 war für Josef Bierbichler gewissermaßen der Baukasten für „Zwei Herren im Anzug“. „Nach Motiven“ des Romans heißt es im Vorspann. Aus seinem ursprünglich auf vier Stunden angelegten Drehbuch wurde ein 140-minütiger Film, bei dem Bierbichler selbst Regie geführt hat und in dem er und sein Sohn Simon Donatz die Hauptrollen

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