Mulholland Drive

Drama | USA/Frankreich 2001 | 147 Minuten

Regie: David Lynch

Ein Unfall auf einer kurvenreichen Landstraße, bei dem eine Frau ihr Gedächtnis verliert, dient als Aufhänger für eine Vielzahl scheinbar unabhängiger Begegnungen im Umfeld der Filmmetropole Hollywood. Ein hypnotisch-albtraumhaftes Traum- und Vexierspiel, das sich der linearen Nacherzählung verweigert, weil Personen ihre Identität wechseln und viele Handlungsstränge so ineinander geschlungen sind, dass sie wie ein Endlosband funktionieren. Handwerklich perfekt, ideenreich und inszenatorisch bestechend, zerpflückt der Film lustvoll die Medienmythen der Gegenwart und lässt sie in Gestalt eines Horrorthrillers im kalten Entsetzen kumulieren, ohne dass David Lynch damit seinem bekannten Oeuvre etwas erkennbar Neues hinzufügen würde. - Sehenswert.

Filmdaten

Originaltitel
MULHOLLAND DRIVE
Produktionsland
USA/Frankreich
Produktionsjahr
2001
Regie
David Lynch
Buch
David Lynch
Kamera
Peter Deming
Musik
Angelo Badalamenti
Schnitt
Mary Sweeney
Darsteller
Naomi Watts (Betty/Diane) · Laura Elena Harring (Rita/Camilla) · Justin Theroux (Adam Kesher) · Robert Forster (Detective McKnight) · Dan Hedaya (Vincenzo Castigliane)
Länge
147 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert.
Genre
Drama | Thriller

Heimkino

Verleih DVD
Concorde (16:9, 1.85:1, DD5.1 engl./dt., DTS dt.)
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Diskussion
Zwei Frauen, blond die eine, dunkelhaarig die andere, beide so schön und zugleich so undurchschaubar wie die Nacht von Los Angeles. Man sieht sie gleich am Anfang, die Blonde nur kurz im Trüben, während eine Rockmelodie zu hören ist und Paare vor zweidimensionalem Violett tanzen. Vielleicht nur der Vorspann, doch bei David Lynch ist nichts ohne Bezug, ganz im Gegenteil, und auch diesmal bietet der Regisseur – freilich erst viel später – eine zweite Möglichkeit, um alles zu verstehen. Der zweite Anfang des Films schlägt einen anderen Ton an: Eine Autofahrt durch die Nacht, hinab auf dem verschlungenen kurvenreichen Mulholland Drive oberhalb von L.A. Eine Dunkelhaarige sitzt im Fond der Limousine, von fern erinnert sie an Ava Gardner und andere Femmes fatales aus den 40ern. Auch die Bilder beschwören die Atmosphäre des Film Noir; es erklingt die geheimnisvolle Musik von Angelo Badalamenti, die dezent an „Twin Peaks“ in Erinnerung ruft. Plötzlich stoppt der Wagen. „Was tun sie?“, braucht die Frau gar nicht erst zu fragen, denn man ahnt bereits die Bedrohung, spürt, dass sie hier sterben soll. Doch ein zufälliger Unfall rettet ihr das Leben; ohne Gedächtnis stolpert sie orientierungslos durch die Straßen – wieder eine jener typischen versehrten Lynch-Frauen – und findet schließlich Zuflucht in einer leerstehenden Wohnung. Mit hohem Tempo geht es weiter: In einem Stakkato von zunächst zusammenhangs

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