Stranger Things

Drama | USA 2016 & 2017 | 440 (1. Staffel, acht Folgen) 464 (2. Staffel, neun Folgen) Minuten

Regie: Matt Duffer

Staffel 1: Drei Jungen aus einer US-Kleinstadt treffen bei der Suche nach einem verschwundenen Freund auf ein Mädchen mit telekinetischen Kräften. Das Kind wird von Agenten verfolgt, während sich übersinnliche dunkle Mächte über der Stadt zusammenbrauen. Als deren Quell entpuppt sich eine dunkle Gegenwelt. Die Mystery-Serie knüpft in Machart, Songs und Zitaten als Hommage an die Abenteuerfilme der 1980er-Jahre an. Die furiose, mitunter atemlose Inszenierung gleicht manche logische Unstimmigkeit durch Humor und Spannung aus. Staffel 2: Auch nach der Rettung des vermissten Junge aus der "anderen Seite" bleibt er weiter im Visier der finsteren Mächte aus dem Schattenreich. Während sich über ihm und der Kleinstadt erneut Unheil zusammenbraut, werden die Freunde des Jungen und seine Helfer, zu denen ein couragiertes Mädchen dazu stößt, auf die mysteriösen Umtriebe aufmerksam, wobei sie in handfeste Abenteuer und emotionale Verwicklungen geraten. Die zweite Staffel verlässt sich jedoch nicht auf die deutlich aufwändigeren Effekte, sondern entwickelt den Stoff um die sympathischen Protagonisten durch einem gut ausgewogenen Mix aus Grusel, Coming-of-Age-Elementen und Humor überzeugend weiter. Staffel 3: Nachdem das Portal zur unheimlichen Gegenwelt am Ende von Staffel 2 geschlossen wurde, genießen die Protagonisten den Sommer. Doch dann entdecken die Teens und ihre erwachsenen Vertrauenspersonen, dass sinistre Russen ihrerseits einen Weg nach "Upside Down" suchen. Dabei bekommen sie es auch mit seltsamen physikalischen Anomalien zu tun und einem Monster, das Menschen seinen Willen aufzwingt. Eine rundum stimmige, die Charaktere sympathisch weiterentwickelnde Fortschreibung, in der die popkulturellen Reminiszenz an die 1980er-Jahre um Elemente des Spionagefilms ergänzt werden. In den humorvoll zugespitzten Reibereien zwischen den weiblichen und männlichen Figuren spielen auch die "Gender Trouble" dieses Jahrzehnts und der Kampf der Frauen um mehr Respekt eine Rolle. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
STRANGER THINGS
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2016 & 2017
Regie
Matt Duffer · Ross Duffer · Shawn Levy · Rebecca Thomas · Andrew Stanton
Buch
Matt Duffer · Ross Duffer · Jessica Mecklenburg · Justin Doble · Alison Tatlock
Kamera
Tim Ives · Tod Campbell · David Franco · Lachlan Milne
Musik
Kyle Dixon · Michael Stein
Schnitt
Dean Zimmerman · Kevin D. Ross · Nat Fuller · Katheryn Naranjo
Darsteller
Winona Ryder (Joyce Byers) · David Harbour (Jim Hopper) · Finn Wolfhard (Mike Wheeler) · Millie Bobby Brown (Eleven) · Gaten Matarazzo (Dustin Henderson)
Länge
440 (1. Staffel, acht Folgen) 464 (2. Staffel, neun Folgen) Minuten
Kinostart
-
Fsk
-
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Drama | Mystery-Film
Diskussion

STAFFEL 1:

Auf ihren BMX-Rädern rasen sie durch die Alleen einer US-amerikanischen Kleinstadt und laufen wie in „Stand By Me“ an von Wald umgebenen Eisenbahnschienen entlang. Die Konstellation aus vier Freunden, die sich zu Beginn der 1983 einsetzenden Geschichte in das Rollenspiel „Dungeons & Dragons“ reinsteigern und zu denen sich später noch ein Mädchen gesellen wird, ist dieselbe wie bei den „Goonies“.

„Stranger Things“ heißt die Mitte Juli gestartete Netflix-Serie, die bis in die exakten Kameraeinstellungen hinein mit Vorliebe Abenteuerfilme der 1980er-Jahre zitiert. Willkommen in der Zitate-Hölle, ließe sich also anfügen, würde „Stranger Things“ aus all diesen Versatzstücken nicht selbst eine hochspannende Geschichte spinnen, die sich um das Verschwinden eines kleinen Jungen, den vermeintlich losbrechenden Wahnsinn einer Mutter und die übermenschlichen Kräfte eines Mädchens dreht, das selbst Opfer dunkler Mächte geworden ist – „Akte X“ lässt grüßen. Dabei scheint das Mädchen El, das mit kurzgeschorenen Haaren wie „E.T.“ in einer Novembernacht vor den Taschenlampen der drei Jungs auftaucht, die nach ihrem verschwundenen Freund Will suchen, eher aus der Feder von Stephen King zu stammen. Schließlich legt El ähnlich telekinetische Kräfte an den Tag wie Kings ebenso in den Fokus der Regierung geratenes „Feuerkind“.

Teenie-Story für Erwachsene im Nostalgie-Fieber

Nicht von ungefähr erinnert schon der Titel, der zu Beginn jeder Episode in bedrohlich roten Lettern vor pechschwarzem Hintergrund prangt, an die Typografie zahlreicher Stephen-King-Titel. Die von Agenten verfolgte El soll der Freundes-Clique helfen, Will wiederzufinden, der aus einer anderen Dimension immer wieder Kontakt aufnimmt. Flankiert wird die verzweifelte Suche von zwei anderen Altersgruppen, mit denen sich die Zuschauer identifizieren können: Von dem Teenager-Suchtrupp aus Mikes Schwester und Wills Bruder sowie von Sheriff Hopper, der selbst seine kleine Tochter verlor, und Wills Mutter (völlig überdreht, aber doch mit großartiger labiler Schlagseite gespielt von Winona Ryder).

Dieser nicht den Vorbildern entsprechende Fokus auf die älteren Figuren ist wichtig, ist „Stranger Things“ doch auch eher für Erwachsene im Nostalgie-Fieber geeignet als für die jungen Zuschauer, an die sich die Filmvorbilder damals richteten. Gruselige, oft auch blutige Szenen begleiten die Suspense-Mystery-Serie, in der die schleimig-organischen Monster-Zeugnisse direkt aus „Aliens“ zu tropfen scheinen und die Höllenportale auch in „Poltergeist“ hätten klaffen können.

Achtung, Demogorgon!

Die Serienentwickler Matt und

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