Drama | Frankreich 2019 | 138 Minuten

Regie: François Ozon

Ein Katholik aus dem Bürgertum von Lyon entdeckt, dass der Priester, der ihn als Junge missbrauchte, noch immer mit Kindern arbeitet. Sein Versuch, den zuständigen Kardinal zu einer Reaktion zu bewegen, bleibt erfolglos, sodass er sich schließlich zu einer Anzeige entscheidet. Binnen kurzem melden sich zahlreiche weitere Opfer, die gemeinsam gegen das Schweigen der katholischen Kirche gegenüber sexuell übergriffigen Priestern aufbegehren wollen. Sorgfältig recherchiertes Drama über einen der kirchlichen Missbrauchsskandale, der in Frankreich besonders hohe Wellen schlug. Der auf drei der Opfer konzentrierte Film zeigt in wortreichen Sequenzen die Chronologie der Aufdeckung und würdigt den Mut, die Traumata ihrer Vergangenheit sichtbar zu machen. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
GRÂCE À DIEU
Produktionsland
Frankreich
Produktionsjahr
2019
Regie
François Ozon
Buch
François Ozon
Kamera
Manu Dacosse
Musik
Evgueni Galperine · Sacha Galperine
Schnitt
Laure Gardette
Darsteller
Melvil Poupaud (Alexandre Guérin) · Denis Ménochet (François Debord) · Swann Arlaud (Emmanuel Thomassin) · Éric Caravaca (Gilles Perret) · François Marthouret (Kardinal Barbarin)
Länge
138 Minuten
Kinostart
26.09.2019
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Drama

Sorgfältig recherchiertes Drama von François Ozon über einen der kirchlichen Missbrauchsskandale, der in Frankreich besonders hohe Wellen schlug. Der auf drei Opfer eines sexuell übergriffigen Priesters konzentrierte Film zeigt in wortreichen Sequenzen die Chronologie der Aufdeckung und würdigt den Mut, die Verbrechen und Traumata öffentlich zu machen.

Diskussion

Sorgfältig recherchiertes Drama von François Ozon über einen der kirchlichen Missbrauchsskandale, der in Frankreich besonders hohe Wellen schlug. Der auf drei Opfer eines sexuell übergriffigen Priesters konzentrierte Film zeigt in wortreichen Sequenzen die Chronologie der Aufdeckung und würdigt den Mut, die Verbrechen und Traumata öffentlich zu machen.

Was sagt es über eine Zeit, wenn „Grâce à Dieu“ von François Ozon nur unter einem Pseudonym produziert werden konnte, weil der titelgebende Verweis auf den Stoßseufzer „Gott sei Dank!“ des französischen Kardinals Barbarin das Filmprojekt als solches gefährdet hätte? Der öffentliche Lapsus des wortmächtigen Bischofs von Lyon, dass die Verbrechen seines Priesters Bernard Preynat, dem 70 Fälle von sexuellen Missbrauch zur Last gelegt werden, „Gott sei Dank“ ja verjährt seien, entwickelte sich 2016 in Frankreich zum geflügelten Wort: So geht die Katholische Kirche mit sexuellen Missbrauchsfällen um. Die Produktion begann deshalb unter einem Arbeitstitel, um Einflussnahmen oder Behinderungen zu vermeiden. Auch für die Dreharbeiten in kirchlichen Räumen musste Ozon nach Belgien und in die Niederlande ausweichen, weil er in Frankreich keine Hilfe fand. Selbst der Filmstart sollte juristisch noch unterbunden werden, obwohl „Gelobt sei Gott“, wie der Film in Deutschland heißt, kurz davor auf der „Berlinale&ldq

Filmdienst Plus

Ich habe noch kein Benutzerkonto
Kommentar verfassen

Kommentieren